Völlig „unromantisch“

Watzke: Selbst BVB-Talente für Austria unleistbar!

Zwei Monate nach dem Ende seiner Tätigkeit als Chefcoach von Borussia Dortmund ist Peter Stöger wieder auf Hans-Joachim Watzke getroffen. Beim Wiedersehen kamen laut Auskunft des BVB-Geschäftsführers „sehr freundschaftliche Gefühle“ auf. „Er ist ein Freund geworden“, sagte Watzke anlässlich des Besuchs der Dortmunder in Wien, wo man als Gast bei der Eröffnung der neuen Generali-Arena beiwohnt.

Auf die Frage, warum bei aller Verbundenheit der Vereine - seit zehn Jahren kooperiert Dortmund mit den Violetten - denn nie ein BVB-Talent den Weg nach Wien gefunden habe, blieb Watzke gänzlich unromantisch. „Das Grundproblem ist, dass die wirtschaftlichen Rahmendaten der Klubs sehr weit auseinandergegangen sind. Die Austria hat 30 Millionen Umsatz, der BVB 500. Das eine oder andere Talent bekommt ein Monatsgehalt, das hier den Rahmen komplett zerschießen könnte“, erklärte er.

Zur Sprache kam beim Medientalk auch das deutsche Abschneiden bei der WM-Endrunde in Russland. Der Titelverteidiger hatte sich bekanntlich als Gruppenletzter blamabel verabschiedet. Watzke betonte aber, er sorge sich nicht um einen gewissen Imageschaden für die deutsche Bundesliga. „Der deutsche Fußball ist besser, als er aktuell rüberkommt. Dass es für deutsche Klubs schwer ist, die Champions League zu gewinnen, ist klar. In England ist das meiste Geld, die meisten Titel sind nicht dort“, erinnerte Watzke. „Wir werden nie Europa dominieren, aber dabei sein. Es ist immer ein Auf und Ab.“

Kritik gab es in den vergangenen Tagen immer wieder an der Krisenbewältigung im DFB. Watzke sah den Verband dabei auf verlorenem Posten. Angefangen bei der Diskussion um Ilkay Gündogan und Mesut Özil und deren Foto mit Recep Tayyip Erdogan sei die Situation nicht mehr zu kontrollieren gewesen. „In dem Moment kannst du nicht mehr gewinnen, wenn so etwas passiert. Und wenn du dann in dieser Gruppe Vierter wirst, hast du verloren. Da kannst du sagen, was du willst“, so Watzke.

Seine sportliche Erkenntnis aus der WM: „Es galt immer als elementar, hohen Ballbesitz zu haben. Das dreht sich gerade um. Man hat es im Halbfinale Frankreich gegen Belgien gesehen, als die Belgier 65 Prozent Ballbesitz hatten. Das Umschaltspiel wird wieder wichtiger.“

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Sonntag, 26. September 2021
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