Mi, 18. Juli 2018

Am Montag

01.07.2018 11:35

Öffi-Streik: Steirerfront gegen den 12-Stunden-Tag

Alles steht still, wenn der starke Arm der Gewerkschaft es so will! Gute Nerven werden die Steirer am Montag brauchen, wenn sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrem Arbeitsplatz gelangen wollen. Denn zwischen 6 und 9 Uhr geht wohl nichts mehr, die ÖBB halten Betriebsversammlungen ab und schieben Züge aufs Abstellgleis. Grund der Proteste: Ärger über den 12-Stunden-Tag!

Am Montag, pünktlich um 6 Uhr, geht’s los, der ÖBB-Betriebsrat informiert die Eisenbahner über die Auswirkungen des neuen Arbeitszeitgesetzes, das am Donnerstag von der türkis-blauen Regierung beschlossen werden soll. „Wir gehen davon aus, dass es zu massiven Einschränkungen und auch Ausfällen im Zugverkehr kommen wird“, heißt es seitens der ÖBB.

Das heißt, dass vor allem Schüler und Pendler betroffen sein werden. Auch das Personal der Graz-Linien - also Bus und Bim - wird morgens von den Arbeitnehmervertretern zur internen Besprechung gebeten, erst zu Mittag werden die öffentlichen Verkehrsmittel wieder wie gewohnt fahren.

„Angriff auf die Gesundheit“
Ein Streiktag, der die Steirer einige Nerven kosten wird - auch wenn bei vielen angesichts drohender längerer Arbeitszeiten das Verständnis dafür überwiegt. „Am 12-Stunden-Tag stört mich am meisten, dass er ein Angriff auf das Geld der Arbeitnehmer ist, auf die Gesundheit und auf das Familienleben“, poltert Horst Schachner, starke Hand und Stimme des Gewerkschaftsbundes ÖGB sowie Betriebsratschef der Holding Graz.

„Bei den Versammlungen werden der schlechte Gesetzesentwurf zum langen Arbeiten und der schlechte Reparaturversuch ausführlich erörtert werden“, so Schachner zur „Krone“, der ausdrücklich noch nicht von „Streik“ sprechen will. „Den wird es erst geben, wenn es notwendig ist“

„So geht das nicht“
Nicht minder grantig auf Kurz, Strache und Co. ist Josef „Beppo“ Muchitsch, SP-Nationalrat und oberster Bau-Holz-Gewerkschafter. „Denn der 12-Stunden-Tag bedeutet weniger Einkommen und Freizeit auf Kosten der Gesundheit. So geht das nicht, und dagegen werden wir kämpfen und die Bevölkerung aufklären!“

Gerald Schwaiger
Gerald Schwaiger

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