Do, 13. Dezember 2018

F1-Klassiker in Monaco

24.05.2018 13:11

Red Bull mit Rekord ins Jubiläums-Wochenende

Red Bull hat beim Motorsport-Highlight des Jahres einen perfekten Blitzstart ins Jubiläums-Wochenende hingelegt. Mit dem neuen, superweichen Hypersoft-Reifen zertrümmerte Daniel Ricciardo am Donnerstag in Monaco vor Max Verstappen gleich im ersten Vormittags-Training den Streckenrekord. Das austro-englische Team hofft, beim 250. GP-Start auch am Ende ganz vorne zu sein.

Denn im Geschlängel der 19 engen Monaco-Kurven auf nur 3,337 Kilometern zählen am Sonntag (15.10 Uhr) vor allem mechanischer Grip und eine gute Balance und weniger die PS, das große Manko beim französischen Motorenpartner der „Bullen.“ Die beste Sieg-Voraussetzung wäre natürlich eine Pole, auch wenn zuletzt die Statistik dagegen sprach.

Denn von den bisherigen 65 Rennen der Formel 1 in Monaco (Offiziell ist es bereits der 76. Monaco Grand Prix) wurden zwar 28 aus der Pole gewonnen und passierte dies zwischen 2004 und 2014 gleich zehn von elf Mal: In den letzten drei Auflagen hat es der Pilot vom besten Startplatz aus aber nicht geschafft, das prestigeträchtigste Formel-1-Rennen des Jahres zu gewinnen.

Als letztem gelang das 2014 Nico Rosberg. 2015 musste Lewis Hamilton trotz Pole den Sieg erneut Rosberg überlassen, 2016 verjuxte Red Bull die Pole von Daniel Ricciardo an der Box und machte somit Hamilton zum Sieger. Im Vorjahr sicherte sich Kimi Räikkönen mit Rundenrekord die Pole, der Sieg ging aber an seinen Ferrari-Teamkollegen Sebastian Vettel.

Vettel: „Heißt nicht, dass wir jetzt einen Bus haben“
Der mit zwei Siegen in die Saison gestartete Deutsche hat zuletzt Dämpfer hinnehmen müssen. Nach Vermutungen, Ferrari habe anfangs wieder mit unerlaubter Ölverbrennung getrickst, ist nun die Batteriesoftware der Italiener in die Kritik geraten. Vettel beschwichtigte, hat nach anfänglicher WM-Führung aber vor dem 6. Saisonrennen 17 Punkte Rückstand auf Hamilton, der die jüngsten zwei Rennen in Baku und Barcelona für sich entschieden hat.

„Das hier ist eine ganz andere Strecke, eine ganz andere Charakteristik“, spielte Vettel zunächst die Speed-Probleme von Barcelona herunter und erinnerte an den Doppelsieg vom Vorjahr. Der mittlerweile verlängerte Radstand der Ferraris sei im Monaco-Kurvengeschlängel kein Problem, war Vettel trotz fast einer Sekunden Rückstand beim Auftakt überzeugt. „Das heißt ja nicht, dass wir jetzt einen Bus haben.“

Neuer Streckenrekord
Red Bull hingegen legte gleich den erhofften Blitzstart hin und ließ mit den neuen Hypersofts schon im ersten freien Training die Konkurrenz hinter sich. Ricciardo war mit 1:12,126 sogar schneller war als Streckenrekordhalter Räikkönen, der im Vorjahr am Samstag in 1:12,178 zur Pole gerast war.

Die von der Konkurrenz ausgerufene Favoritenrolle und die Hoffnungen, den 250. GP-Start mit einem Sieg zu beenden, wurden damit optimal befeuert. „Sie versuchen etwas Druck von sich zu nehmen und ihn uns aufzuerlegen“, winkte Ricciardo einerseits ab, gab aber auch zu: „Der PS-Nachteil schmilzt hier auf zwei Zehntel. Wir sind hier immer ganz gut unterwegs.“

Er sei tatsächlich „aufgeregt wie ein Schulbub“, sagte Ricciardo weiters. Seine Karriere dürfe nicht ohne Monaco-Sieg bleiben, die bisher beste Chance vergab man bekanntlich vor zwei Jahren durch eine Boxen-Panne. „Deshalb habe ich das Gefühl, dass mir Monaco einen Sieg schuldet.“

Red Bull geht das Jubiläum mit einer aggressiven Strategie an und setzt sehr auf „pink“. Gleich elf Sätze der rosa gekennzeichneten, erstmals eingesetzten und superweichen Gummiwalzen Namens Hypersoft hat das Team geordert. Der pinke Pneu bringt offensichtlich mindestens eine Sekunde pro Runde.

„Sieben klingt doch viel besser“
Hamilton und Vettel haben bisher je zweimal die „Hafenrundfahrt“ an der Cote d‘Azur gewonnen. Der Deutsche peilt seinen 50. Karrieresieg an, der Brite will am Samstag zunächst einmal die 75. Pole Position seiner Laufbahn erringen. Den größten Siegeshunger hat aber Ricciardo, der heuer in China seinen sechsten GP-Sieg errungen hat. Das soll sich in seiner Wahlheimat Monaco ändern. „Sieben klingt doch viel besser als sechs, oder?“

Schon vor dem Rennen wurde Red Bull zum Jubiläum gratuliert, natürlich auch von Vettel. Mit dem Deutschen war das Team von Dietrich Mateschitz zwischen 2010 und 2013 vier Mal in Folge Konstrukteurs- und Fahrerweltmeister geworden. „Eine tolle Zeit, auf die ich immer gerne zurückblicken werde“, sagte Vettel. Sein Glückwunsch fiel freilich zwiegespalten aus. „Ich wünsche ihnen für Monaco alles Gute, aber natürlich keinen Sieg.“

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