Di, 21. August 2018

LiFi statt WiFi

05.04.2018 12:07

Philips forciert Datenübertragung mittels Licht

Datenübertragung mittels Licht - mit Light Fidelity (kurz: LiFi) steht dafür seit 2011 ein entsprechendes Verfahren zur Verfügung. Durchsetzen konnte sich das Breitbandinternet aus der Lampe bislang allerdings nicht. Das könnte sich bald ändern: Am Donnerstag kündigte Philips an, als erstes globales Beleuchtungsunternehmen sein bestehendes Angebot an Büroleuchten um LiFi-fähige Lampen zu ergänzen.

„LiFi hat ein enormes Potenzial für das heutige digitale Zeitalter“, so Olivia Qiu, Chief Innovation Officer von Philips Lighting in einer Aussendung. „Während es bei den Funkfrequenzbereichen bei der Datenübertragung zunehmend zu Engpässen kommt, ist das sichtbare Lichtspektrum eine ungenutzte Ressource mit großer Bandbreite für eine stabile Verbindung von mehreren IoT-Geräten (Internet der Dinge, Anm.) gleichzeitig.“

Breitbandinternet und Beleuchtung gleichzeitig
LiFi ist eine drahtlose Zwei-Wege-Hochgeschwindigkeits-Technologie zur Kommunikation, ähnlich wie Wlan. Die Datenübertragung erfolgt jedoch bei LiFi nicht durch Funkwellen, sondern durch Licht. Jede Leuchte ist dafür mit einem integrierten Modem ausgestattet, welches das Licht mit einer Geschwindigkeit moduliert, die für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist. Das Licht wird durch einen LiFi-fähigen USB-Dongle erkannt, der am Rechner, Notebook oder Tablet steckt und die Daten über eine Infrarotverbindung an die Leuchte zurücksendet.

Stabil und sicher
Büroleuchten von Philips mit LiFi-Technologie versprechen eine Breitbandverbindung mit einer Geschwindigkeit von 30 Megabytes pro Sekunde - genug, um laut Hersteller mehrere Videos in HD-Qualität gleichzeitig zu streamen und dabei Video-Gespräche zu führen. Da die LiFi-Bandbreite dem Unternehmen nach das 10.000-fache der Wlan-Bandbreite beträgt, soll die Internetverbindung besonders stabil sein.

Zum Einsatz kommen soll LiFi daher überall dort, wo Funkfrequenzen andere Geräte stören können, zum Beispiel in Krankenhäusern, aber auch an Orten, die für WLAN-Signale kaum oder gar nicht erreichbar sind. Weitere Anwendungsfälle sind beispielsweise Umgebungen mit hohen Sicherheitsanforderungen wie Finanzinstitute oder staatliche Stellen. LiFi sei dort eine zusätzliche Sicherheitsebene, weil Licht keine festen Wände durchdringen könne und ein direkter Sichtkontakt zum Licht benötigt werde, um auf das Netzwerk zuzugreifen, erläuterte das Unternehmen.

 krone.at
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