Di, 18. September 2018

Autonomes Fahren

27.03.2018 08:34

Tödlicher Uber-Crash: Arizona stoppt Testfahrten

Nach dem ersten tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Auto von Uber hat der Gouverneur des US-Bundesstaates Arizona die Genehmigung für Testfahrten für den US-Fahrdienst auf öffentlichen Straßen ausgesetzt. Das von der Polizei veröffentlichte Video von dem Unfall sei alarmierend und werfe viele Fragen auf, schrieb Gouverneur Doug Ducey am Montag in einem offenen Brief an Uber-Chef Dara Khosrowshahi.

Deshalb seien die Verkehrsbehörden angewiesen worden, die Erlaubnis für Uber zum Einsatz seiner autonomen Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen auszusetzen, so Ducey. Die Polizei hatte nach dem Unfall vom 18. März, der die Debatte über die Sicherheit des autonomen Fahrens neu anfachte, Videoaufnahmen von den letzten Sekunden vor dem Zusammenstoß mit einer Fußgängerin in der Stadt Tempe veröffentlicht. Diese scheinen zu belegen, dass sich die Fahrerin des Uber-Autos offenbar auf die Selbstfahrfunktion des Wagens verließ. Die 49-Jährige Fußgängerin erlag nach dem Unfall im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Das Video werfe „viele Fragen über die Fähigkeit von Uber auf, in Arizona weiter zu testen“, schrieb Ducey. In den USA sind die einzelnen Bundesstaaten für die Regulierung der öffentlichen Straßen zuständig, autonome Fahrzeuge sind bisher nur in einigen wenigen zugelassen. Arizona hatte sich dabei zuletzt neben Kalifornien als besonders technologiefreundlich hervorgetan - der Bundesstaat hofft, so Hightech-Konzerne anlocken und Arbeitsplätze in der zukunftsträchtigen Branche schaffen zu können.

Uber selbst hatte nach dem Unfall den Betrieb seiner Roboterautos vorläufig auf Eis gelegt. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, „vollständig mit den örtlichen Behörden“ zu kooperieren, um den Unfall aufzuklären. Nach Einschätzung der Polizei wäre der Unfall auch in einem anderen Fahrmodus nur schwer zu vermeiden gewesen. Die Fußgängerin sei „aus dem Schatten direkt auf die Straße gekommen“, sagte Polizeichefin Sylvia Moir dem „San Francisco Chronicle“.

Uber-Programm schon lange problembelastet
Uber ist eines von mehreren Dutzend Unternehmen, die eigene Systeme für autonom fahrende Autos entwickeln und auf öffentlichen Straßen in den USA testen. Zugleich war das Roboterwagen-Programm des Fahrzeug-Vermittlers von Anfang an mit Problemen belastet. Gleich am ersten Testtag in San Francisco wurde ein Uber-Wagen dabei gefilmt, wie er über eine rote Ampel fuhr. Zudem weigerte sich Uber zunächst, die nötige Lizenz zum Testen von Roboterautos zu beantragen, und wurde zeitweise von der Straße verbannt. Weiters gab es einen Rechtsstreit über die von Uber verwendete Technologie.

Im Jahr 2015 war bereits ein Mensch am Steuer eines vom Computer gesteuerten Autos gestorben. Allerdings hatte damals der Fahrer eines Tesla die Kontrolle dem Fahrassistenzsystem des Elektroautos überlassen, obwohl bekannt war, dass es nicht in der Lage war, komplett die Steuerung des Wagens zu übernehmen. Er raste unter den Auflieger eines Sattelzuges, der die Straße querte. Fahrzeuge wie die umgebauten Uber-Autos sind dagegen dafür gedacht, ohne Beteiligung des Menschen zu fahren, auch wenn derzeit die Sicherheitsfahrer noch häufig eingreifen müssen. Zugleich ließ Kalifornien jüngst grundsätzlich auch den Betrieb von Roboterwagen mit Lenkrad und Pedalen zu, die ausschließlich vom Computer oder per Funk gesteuert werden.

 krone.at
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