Mo, 16. Juli 2018

Ist das euer Ernst?

17.01.2018 11:42

Toni Sailer anzupatzen, ist eine riesige Sauerei!

Als Toni Sailer am 28. August 2009 in der Klosterkirche in Kitzbühel zu Grabe getragen wurde, schnürte es Ski-Österreich den Hals zu. Sailer gehen zu lassen, war nicht leicht. Alle Skistars sind zum Begräbnis gepilgert, ranghohe Politiker - den "Schwarzen Blitz aus Kitz" haben sie alle verehrt. Und jetzt? Schwere Anschuldigungen werden gegen einen erhoben, der bald zehn Jahre tot ist. Für etwas, wofür er nie verurteilt worden war, das nie bewiesen worden ist. Die angebliche Vergewaltigung einer polnischen Nebenerwerbs-Prostituierten im Jahr 1974 hat Sailer immer bestritten. Es gibt sogar Zeugenaussagen aus der Nacht, wonach ihm eine Falle gestellt worden sei. Wir erinnern uns lieber an seine legendären Fahrten (Video oben).

Zur Zeit ist es die ganz große "Aufdecker"-Mode. Die #metoo-Debatte, die eigentlich nur Gutes bewirken sollte, hat leider ihre negativen Folgen. Weil das "Anpatzen" bei vielen Medien nun der neueste Trend geworden ist. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht in irgendeinem Land neue Anschuldigungen erhoben werden, die schlichtweg nicht zu beweisen sind.

In Österreich haben sich nun die Medien "Standard, "Dossier" und Ö1 bemüßigt gefühlt, zufällig genau vor den Kitzbühel-Rennen mit einer Uralt-Story Quote zu machen. Zusatzstorys werden gemacht, warum es unbedingt nötig ist, darüber zu berichten. Zu Lebzeiten hatte Toni Sailer zu diesem Thema Stellung bezogen. Ihm sei eine Falle gestellt worden, damals in jenem Hotel in Zakopane.

Wenn man ihn ein bisserl kennenlernen durfte, weiß man, was für ein "Sir" er war, Gerechtigkeit stand bei ihm an erster Stelle. Dass man in keinen Menschen hineinschauen kann und dieser Eindruck nichts beweist, ist schon klar. Aber genauso ist ihm bei diesen Vergewaltigungs-Anschuldigungen niemals etwas bewiesen worden.

Was letztlich übrig bleibt? Eine riesige Sauerei sind diese Anschuldigungen an Toni Sailer. Was Sailer wirklich ist? Dreifacher Olympiasieger, siebenfacher Weltmeister, Österreichs Jahrhundertsportler. Ein Mann, der einem ganzen Land in schwierigen Zeiten Mut gab, der den Skisport auf die Kinoleinwände in der ganzen Welt brachte. Das ist bewiesen.

Max Mahdalik, Sportchef krone.at 

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