Do, 16. August 2018

Kampf dem F-Wort

21.10.2008 12:59

Microsoft lässt Schimpfwort-Filter patentieren

Fans von Rap-Videos kennen das: Nahezu jede dritte Vokabel wird aufgrund anstößiger Inhalte überpiepst. Während eine solche Zensur bei Musikclips recht unkompliziert zu bewerkstelligen ist, kann der Zuschauer bei Live-Übertragungen nicht so einfach vor Unflätigkeiten geschützt werden. Microsoft hat nun allerdings ein Patent zugesprochen bekommen, mit dem Schimpfwörter aus Audio-Daten gefiltert werden sollen.

Während man hierzulande vor laufenden Kameras noch recht ungeniert verbal auf die Kacke hauen kann, nimmt man in den USA schnell Anstoß an Beschimpfungen jeglicher Art, allen voran das böse F-Wort. Da das sowohl für den Schimpfenden als auch die Fernsehanstalt ein teures Nachspiel haben kann, werden Live-Sendungen daher mit einer Verzögerung von einigen Sekunden übertragen, damit Mitarbeiter in der Regie notfalls eingreifen und die entsprechenden Wörter zensieren können.

Mit dem nun Microsoft zugesprochenen Patent könnte diese Vorgangsweise jedoch der Vergangenheit angehören. Das Patent (siehe Infobox), das von Microsoft bereits 2004 eingereicht wurde und erst jetzt vom US-Patentamt bewilligt wurde, sieht vor, mittels Filter-Software bei digitalen Übertragungen vollautomatisch unerwünschte Begriffe aus dem Datenstrom zu entfernen. Möglich wird dies durch eine Datenbank, in der sämtliche schlimmen Ausdrücke gespeichert sind. Kommt es zwischen dem Gesagten und der Datenbank zu einer Übereinstimmung, schreitet der Filter ein und blendet den entsprechenden Begriff entweder aus oder überpiepst ihn.

Dem Patent zufolge soll sogar das automatische Ersetzen böser Worte durch eine elegantere Formulierung möglich sein. Für besonders schimpffreudige Menschen könne die Software zudem entsprechend sensibel eingestellt werden, außerdem lasse sie sich je nach Sendung, Zielgruppe oder Uhrzeit justieren. Neben dem Fernsehen könnte der Schimpfwort-Filter auch in Chat-Programmen wie Microsofts Live Messenger zum Einsatz kommen. Konkrete Pläne dafür gibt es bislang allerdings nicht.

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