Mi, 17. Jänner 2018

Real-Umsturz

27.04.2006 20:08

Real-Präsident nach kurzer Amtszeit gestürzt

Palastrevolte bei den "Königlichen": Der Vorstand von Real Madrid hat den Vereinspräsidenten Fernando Martin nach nicht einmal zweimonatiger Amtszeit gestürzt. Der Klubchef des krisengeschüttelten spanischen Fußball-Rekordmeisters verliert eine Vertrauensabstimmung im Vorstand mit 1:15 Stimmen. Nach dem Debakel erklärt er mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt.

Der 58-jährige Baulöwe hielt sich genau 57 Tage im Amt. Damit ging er als "Fernando, der Kurze", der Präsident mit der kürzesten Amtszeit, in die Annalen der 104-jährigen Vereinsgeschichte ein. In diesem Sommer, voraussichtlich am 2. Juli, werden die rund 85.000 Real-Mitglieder einen neuen Präsidenten wählen. Bis dahin wird der 83 -jährige Luis Gomez Montejano als ältestes Vorstandsmitglied den Klub als Interimspräsident führen.

Hoher Funktionärs-Verschleiß
Mit dem Sturz des Präsidenten spitzte sich die Krise beim erfolgreichsten Fußballclub der Welt weiter zu. "Real schreibt eines der dunkelsten Kapitel seiner Vereinsgeschichte", meinte das Sportblatt "Marca" am Donnerstag. "Der Klub hatte in diesem Jahr drei Präsidenten, zwei Trainer und zwei Manager, aber er gewann nicht einen einzigen Titel." Der 29-fache Meister und neunfache Europacupsieger ist seit drei Jahren ohne Titel. Dies hatte es zuletzt vor 54 Jahren gegeben.

Martin war am 27. Februar nach dem überraschenden Rücktritt des Klubchefs Florentino Perez von diesem per Fingerzeig zum Nachfolger ernannt worden. Als mögliche Kandidaten für die Neuwahl werden neben dem zurückgetretenen Martin unter anderem der frühere Rallye- Weltmeister Carlos Sainz (44), der Anwalt Arturo Baldasano (59), Ex- Klubchef Lorenzo Sanz (62) oder der Präsident des FC Getafe, Angel Torres (53), gehandelt. Wer sich bewerben will, muss eine Bürgschaft von 44 Millionen Euro vorlegen.

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