18.09.2007 23:14 |

Jetzt alles anders

Jaguar XF - Trendwende oder Fehlgriff?

Als „Beginn einer neuen Ära“ apostrophiert Jaguar den Nachfolger des S-Type, der auf der IAA in Frankfurt vorgestellt wurde. Er heißt XF und soll die Leistung eines Sportwagens mit dem Ambiente, dem Platzangebot und dem technologischen Anspruch einer Luxuslimousine verbinden. Das Gros der Motorjournalisten fällt eher vernichtende Urteile.

Von „wie ein auf langweilig getrimmter Ford Mondeo“ über „me-2-Produkt ohne richtige Identität und mit Ford-Knöpfen“ bis „Hochverrat!“ reicht die vernichtende Kritik. Dabei hat die Linie durchaus etwas Aston-Martin-Mäßiges. Aber über Geschmack lässt sich gar trefflich streiten, nur beim Geld hört die Freundschaft auf. Der Konkurrent von Audi A6, Mercedes E-Klasse und Konsorten soll auf nobler Linie unterwegs sein. Deutlich über 50.000 Euro beginnt der Einstieg beim XF, unter 200 PS ist er gar nicht zu haben, Stoffsitze sind gar nicht erst vorgesehen. Nicht nur hier unterscheidet sich der XF deutlich vom Konzernbruder Mondeo.

Verspielter Luxus
Im Detail kommt der Luxus natürlich zum Tragen. So sind die Lüftungsdüsen im Ruhezustand verborgen und drehen sich erst nach Einschalten der Zündung in eine offene Position. „JaguarSense“ aktiviert mit einer berührungslosen Handbewegung die vordere Innenbeleuchtung. Zum Öffnen des Handschuhfachs genügt der sanfte Druck auf ein Logo am Instrumentenbrett. Alle für den neuen Jaguar XF verfügbaren Audio-Systeme haben mindestens acht Lautsprecher. Die Top-Version kommt in den Genuss eines in Zusammenarbeit mit dem renommierten britischen HiFi-Spezialisten Bowers & Wilkins entwickelten Premium-Systems.

Zu den weiteren Annehmlichkeiten zählen die Radar-gesteuerte Überwachung des toten Winkels, vordere und hintere Parksensoren, eine Rückfahrkamera, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung mit einer möglichen Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit, ein Reifendruck-Kontrollsystem und eine elektronische Parkbremse.

Gentleman, start engine
Einen Sinn für das Verspielte sollte man schon haben, wenn man sich für den XF interessiert. Beim Einsteigen beginnt der Startknopf rot zu pulsieren, der Schaltknauf wächst auf Knopfdruck aus der Versenkung empor, alles schimmert und leuchtet.

Wer noch nicht genug Spielzeug an Bord hat, kann gerne noch mehr mitnehmen, in den Kofferraum passen 540 Liter (500 Liter in Verbindung mit vollwertigem Reserverad), die geteilt umklappbaren Rücksitzlehnen erlauben zusätzliche 420 Liter. Bleiben die Lehnen stehen, ist Platz für fünf Personen.

Vier Motoren gibt es für den XF:

  • 2,7-Liter-V6-Diesel: 207 PS, 435 Nm/1.900, 0-100 km/h in 8,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 229 km/h
  • 3,0-Liter-V6: 237 PS, 293 Nm/4.100, 0-100 km/h in 8,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 237 km/h
  • 4,2-Liter-V8: 298 PS, 411 Nm/4.100, 0-100 km/h in 6,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 250 km/h (elektronisch abgeriegelt)
  • 4,2-Liter-V8 Kompressor: 416 PS, 560 Nm/3.500, 0-100 km/h in 5,4 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 250 km/h (elektronisch abgeregelt)

Zu den aktiven Fahrhilfen zählen der elektronische Bremsassistent, die elektronische Bremskraftverteilung (EBD), ein Anti-Blockier-System (ABS), eine elektronische Stabilitätskontrolle (DSC) sowie Cornering Brake Control (CBC) und Motordreh5 moment-Kontrolle. Erstmals in einem Jaguar integriert ist zudem ein Programm, das durch gezieltes Abbremsen die Haftung der Vorderräder verbessert und so Untersteuern schon im Ansatz kompensiert

Geschaltet wird modern: Das bereits im Sportwagen XK eingesetzte Sechsstufen-Automatikgetriebe mit Sequential Shift-Funktion setzt Jaguar nun erstmals auch in einer Limousine ein. Dank "Shift by wire"-Technologie fallen die Gangwechsel sogar noch etwas kürzer aus als beim XK.

Ein neues Zeitalter ist bei den Briten tatsächlich angebrochen, nämlich das der Abkehr von dem, was Jaguar bisher optisch ausgemacht hat. Ob sich diese Wende und der Blick auf Lexus, den japanischen Konkurrenten am US-Markt, bezahlt macht, wird sich weisen.

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