Krank im Urlaub

3% der Bevölkerung leidet unter Freizeitkrankheit

Reisen & Urlaub
02.06.2003 16:31
Kaum ist das Wochenende da oder der Koffer für den Urlaub gepackt, meldet sich bereits das erste Halskratzen. Der Kopf beginnt zu schmerzen. Lähmende Müdigkeit breitet sich aus: Die "Freizeitkrankheit" hat wieder einmal zugeschlagen.
Etwa drei Prozent der Bevölkerung leideneiner niederländischen Studie zufolge in unseren Breitenam Phänomen der "leisure sickness", der "Freizeitkrankheit",die vor allem Berufstätige im Urlaub oder am Wochenende heimsucht.
 
Prof. Adrian Vingerhoets, Psychologe an der niederländischenUniversität Tilburg, kennt das Problem aus eigener Anschauung:"Wenn ich krank werde, dann am Wochenende oder zu Weihnachten."Als Freunde von ähnlichen Erfahrungen berichteten, entschlosser sich, das Phänomen in einer Studie zu untersuchen. 1128Männer und 765 Frauen im Alter von 16 bis 87 Jahren wurdendaraufhin befragt. Das Ergebnis: Drei Prozent werden regelmäßigjust in ihrer Freizeit krank.
 
Grippe ähnliche Symptome
Die Symptome reichen von Müdigkeit und Immunschwächeüber Migräne, Gliederschmerzen, grippale Infekte biszu Erbrechen und manifesten Depressionen.
 
In Gedanken auf der Arbeit
Das Überraschende: Anders als zunächstvermutet, spielt es keine Rolle, ob die Freizeitkranken besondersviel Kaffee, Alkohol oder Zigaretten konsumierten. Auch sind Männerund Frauen, Singles und Familienmenschen der Studie zufolge gleichhäufig betroffen. Bei allen Unterschieden scheint jedocheines gemein: Ihnen fällt es schwer, loszulassen und abzuschalten."Gedanklich bleiben sie mit einem Bein immer bei der Arbeit",beschreibt Vingerhoets.
 
Ruhe als Stress
Der Gesundheitspsychologe Dietmar Ohm (Lübeck)kennt dieses Phänomen: "Um gesund zu bleiben, braucht derMensch positiven Stress - einen harmonischen Wechsel von Anspannungund Entspannungsphasen. Lebt er allerdings in einer Daueranspannung,womöglich sogar jahrelang, gewöhnt sich der Körpermit der Zeit an diesen Zustand. Und nun wird umgekehrt jede Ruhephasezum Stress." Der Effekt der nunmehr ungewohnten Ruhe: Das psychovegetativeSystem reagiert, der Betreffende fühlt sich nicht gut oderwird sogar krank. "Nicht zufällig passieren auch viele Herzinfarktenicht in den Belastungsspitzen, sondern nachts oder im Urlaub",sagt Ohm.
 
 
Gefährdet seien vor allem Menschen,die nicht Nein sagen können, sich für alles verantwortlichfühlen und sehr hohe Ansprüche an sich selber stellen.
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