28.05.2003 23:32 |

Im 11-Meterschießen

AC Milan gewinnt Champions-League-Finale

Dida hat dem AC Mailand den Triumph in der "Königsklasse" gesichert. Mit drei gehaltenen Strafstößen rettete der brasilianische Keeper seiner Mannschaft am Mittwochabend im "italienischen" Champions-League-Endspiel gegen Juventus Turin das verdiente 3:2 im Elfmeterschießen und damit den sechsten Erfolg im Cup der Landesmeister.
Vor 63 215 Zuschauern im ausverkauften Old-Trafford-Stadion von Manchester hatte es nach regulärer Spielzeitund Verlängerung 0:0 gestanden. Der AC Mailand, der im Finaleüber weite Strecken die bessere Mannschaft war, ist nun alsTitelverteidiger direkt für die kommende Champions Leaguequalifiziert. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Andrej Schewtschenko.
 
Vom Anpfiff weg entwickelte sich im "Theater desFußballs" eine temporeiche und gutklassige Partie, in derüberraschend die als Außenseiter gehandelten Mailänderbei ihrem 250. Auftritt im Europapokal die Akzente setzten. Inder 9. Minute jubelte Milan schon über das vermeintlicheFührungstor durch Andrej Schewtschenko, doch beim Schussdes Ukrainers stand dessen Sturmpartner Filippo Inzaghi im Abseits.Der deutsche Schiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern), derseine 90. Europacup-Begegnung tadellos leitete, erkannte den Trefferzu Recht nicht an. Acht Minuten später bot sich dem von ClarenceSeedorf glänzend angespielten Inzaghi die Gelegenheit zum1:0, doch dessen Flugkopfball entschärfte Gianluigi Buffonglänzend.
 
Ohne ihren schmerzlich vermissten tschechischenRegisseur Pavel Nedved (Gelb-Sperre) fand die "alte Dame" ausTurin über weite Strecken überhaupt nicht ins Spielund agierte notgedrungen aus einer verstärkten Defensive.So dauerte es bis zur 28. Minute, ehe der frisch gebackene Meisterder Serie A zur seiner ersten guten Einschussmöglichkeitkam. Der bis dahin überhaupt nicht aufgefallene Alessandrodel Piero zielte aus 18 Metern allerdings drüber.
 
Das auch gedanklich schnellere Milan störtedie meist umständlich und mit hoher Fehlerquote vorgetragenenAngriffe des Favoriten früh und effektiv. Und um ein Haarhätte Rui Costa, der mit Seedorf die meisten Angriffe einleitete,einen der daraus resultierenden Konter erfolgreich abgeschlossen.Der Schuss des Portugiesen von der Strafraumgrenze strich jedochknapp an Buffons Gehäuse vorbei (38.). Erst gegen Ende derersten Halbzeit erwachte Juventus aus seiner Lethargie, ohne allerdingsdaraus noch Kapital schlagen zu können.
 
Nach dem Wechsel reagierte Marcello Lippi auf daseinfallslose Spiel seiner Elf, indem er Antonio Conte fürden blass gebliebenen Nedved-Stellvertreter Mauro Camoranesi einwechselte.Und der "Oldie" führte sich mit einem sehenswerten Latten-Kopfballauch gleich gut ein (47.). Das italienische Duell um die kontinentaleFußball-Krone, das in nahezu 200 Ländern im Fernsehenzu sehen war, wurde nun etwas abwechslungsreicher, aber auch deutlichumkämpfter und härter.
 
Torgefährliche Aktionen wurden in der Folgedafür seltener. Der aufgerückte Paolo Maldini (60.)köpfte am Turiner Kasten vorbei, auf der anderen Seite zielteConte (72.) zu hoch. Meistercoach Lippi verstärkte noch einmaldie Offensive und brachte in Stürmer Marcelo Zalayeta fürden äußerst schwachen Edgar Davids seinen letzten Jokerin das Match, doch hinten brannte es zunächst bei InzaghisChancen (76./77.) erneut zwei Mal lichterloh.
 
Trotz schwindender Kräfte waren beide Teamsweiter bemüht, die drohende Verlängerung zu vermeiden.Doch auch Seedorf (89.) konnte bei der letzten Gelegenheit inder regulären Spielzeit den starken Buffon nicht überwinden.In der unansehnlichen Verlängerung, in der keiner der Widersachermehr etwas riskierte, musste Milan praktisch zu zehnt auskommen,denn der dritte Einwechsel-Spieler Roque Junior musste trotz einerOberschenkelblessur durchhalten.
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