13.03.2007 10:37 |

Video aus Steckdose

CeBIT-Neuheit: Video und Daten über das Stromnetz

Das bisher Unmögliche will der Netzwerkkomponentenhersteller Devolo möglich machen. Auf der CeBIT soll ein netzwerkfähiger Tuner vorgeführt werden, mit dem digitale Videosignale von DVB-T über Digisat bis digitales Kabelfernsehen in (sofern vorhandener) HDTV-Qualität über das Stromnetz (!) im Haus verteilt werden. Das Videosignal soll an jeder Steckdose im Haushalt empfangen werden können. Auch eine Netzwerkfestplatte mit ähnlicher funktion will Devolo präsentieren. Bisher scheiterte noch jedes derartige Projekt an den zahlreichen Verzweigungen eines Haushaltsstromnetz die stets für Übertragungsprobleme sorgte. Devolo will des Rätsels Lösung jetzt parat haben.

Der „dLAN NAT“ - NAT steht für Network Attached Tuner verfügt über einen integrierten AV-Adapter, der das entsprechende TV-Signal in ein reines Audio/Videosignal umwandelt und in das Stromnetz einspeist.

Mit einem Empfängeradapter wird das Signal an einer Steckdose in der Nähe des Fernsehgerätes wieder aufgegriffen und an den TV-Schirm weitergeleitet. Konkrete technische Details gab das Unternehmen nicht bekannt. "Es handelt sich bei dem Produkt derzeit um einen Prototypen. Die technischen Einzelheiten sind dabei noch nicht festgelegt", meint Christoph Rösseler, Pressesprecher der devolo AG.

Externe Festplatte ermöglicht Zugriff über die Steckdose
Als weitere Neuerung hat das Unternehmen eine netzwerkfähige Festplatte im Messegepäck, die ebenfalls via Stromnetz mit dem Computernetzwerk verbunden wird. Das dLAN NAS (Network Attached Storage) steht allen berechtigten PCs sofort nach Anschluss an eine Steckdose im gesamten Haushalt zur Verfügung. Die Übertragungsraten werden von devolo mit bis zu 200 Megabit pro Sekunde angegeben. Damit kann sowohl die Sicherung als auch der Zugriff einfach über das hausinterne Stromnetz erfolgen. Der dLAN NAS wird laut Aussendung im vierten Quartal 2007 auf den Markt kommen.

"200 Meter Stromkabel kein Problem"
Alle Powerline-Produkte haben den entscheidenden Vorteil, dass ein Netzwerk genutzt wird, das in jedem Haus und jeder Wohnung von vorne herein vorhanden ist. "Die Geräte sind so ausgelegt, dass die Signalübertragung über 200 Meter Stromkabel problemlos funktioniert", meint Rössler. Die Verbindung zwischen einer Ecke im Keller und der gegenüberliegenden Ecke im zweiten Stock stellt kein Problem dar. Die sicherheitsrelevante Abschirmung nach außen übernimmt der Stromzähler. "Dieser hat eine starke induktive Wirkung und verhindert dadurch, dass der Nachbar ebenfalls auf die Festplatte zugreifen kann", erläutert Rössler. Zusätzliche Sicherheitssoftware mit Passwortschutz soll den letzten Zweifel aus dem Weg räumen. (pte)

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