22.02.2007 14:11 |

Schärfer sehen

HD-DVD-Player für die Xbox 360

HD-DVD oder Blu-ray – an dieser Frage scheiden sich die Geister. Bei Microsoft scheint man die Antwort jedoch schon längst gefunden zu haben: Der Softwaregigant aus Redmond setzt auf HD-DVD als Nachfolgeformat der DVD und bietet mit einem externen HD-DVD-Player jetzt allen Xbox-360-Besitzern einen Weg zur hochauflösenden Unterhaltung. Krone.at hat sich das Laufwerk näher angeschaut.

Während es sich Sony mit der kommenden PS3 recht einfach macht und serienmäßig Blu-ray-Laufwerke verbaut, was sich dann allerdings auch im Preis niederschlägt, lässt Microsoft den Xbox-360-Besitzern die freie Wahl: Wer will, kann sich den externen HD-DVD-Player kaufen – muss aber nicht. Denn im Gegensatz zu Sony dient das Laufwerk nach Angaben von Microsoft ausschließlich zum Abspielen von Filmen. Spiele sollen auch weiterhin auf DVD erscheinen.

Aufbau und Inbetriebnahme des externen HD-DVD-Players gehen äußerst leicht von der Hand: Nach vollautomatischer Installation der beigelegten Treiber wird das Laufwerk per USB mit der Konsole verbunden und ist bereit zum Einsatz. Wer an seiner Konsole allerdings auch einen Wlan-Adapter hängen hat, wird kurz stutzen: Die Xbox 360 bietet an der Rückseite nämlich nur Platz für ein USB-Gerät. Schlauerweise haben die Konstrukteure aber mitgedacht und am HD-DVD-Player neben zwei USB-Ports auch einen Steckplatz für den Wlan-Adapter angebracht. Umstecken ist also angesagt.

Leider wird das Laufwerk über USB jedoch nicht mit ausreichend Strom versorgt, so dass sich zum wuchtigen Netzteil der Konsole ein weiteres Netzteil gesellt. Zwar nicht ganz so klobig, aber immer noch groß genug, um für Kabelwirrwarr zu sorgen und die Raumtemperatur nach oben zu treiben. Wo wir schon bei Größenvergleichen angelangt sind: Das Laufwerk selbst ist auch kein Raumwunder und etwa so groß wie ein dicker Wälzer, beispielsweise Edgar Allan Poes "Phantastische Geschichten". Wenngleich auch Poe nicht unbedingt leichte Literatur ist, so ist das Laufwerk mit einem Gewicht von 1,3 Kilogramm jedoch der eindeutig schwerere Brocken. Allen Nicht-Poe-Lesern sei gesagt, dass der HD-DVD-Player etwa halb so groß ist wie die Konsole – und damit immer noch größer als Nintendos Wii.

Zu Laufwerk, USB-Kabel und Netzteil kommt schließlich noch eine Universal-Fernbedienung hinzu, die der bisherigen Xbox-Fernbedienung gleicht, allerdings etwas länger ausgefallen ist. Die Fernbedienung eignet sich nach Hersteller-Angaben leider nur zum Ansteuern von TV-Geräten, das Erkennen eines gut zwei Jahre alten Samsung-Geräts funktionierte im Test jedoch tadellos. Einziger Nachteil: Für spezifische Funktionen, beispielsweise Teletext, fehlen schlichtweg die Tasten. Dafür leuchtet die Fernbedienung hübsch grünlich im Dunkeln.

Natürlich lässt sich der Player aber auch nach wie vor mit den Funk-Controller bedienen, falls das Laufwerk für die Infrarot-Strahlen eher unzugänglich positioniert sein sollte. Apropos positionieren: Das Laufwerk kann sich ebenso wie die Konsole sowohl waagrecht als auch senkrecht betrieben werden.

An den Laufeigenschaften des kleinen Xbox-Bruders gibt es nichts zu bemängeln: Das Laufwerk reagiert prompt und zügig auf alle Befehle und ist zudem sogar überraschend leise - zumindest übertönt es nicht das Grundrauschen der Konsole. Für die inhaltliche Qualität des zu Testzwecken angeschauten Filmes ("The Fast and the Furious - Tokyo Drift") ist der bereits um 180 Euro gesehene Player nicht zur Verantwortung zu ziehen.

Fazit: Microsoft bietet mit dem externen HD-DVD-Player zumindest Xbox-360-Besitzern die derzeit günstigste Möglichkeit, HD-DVDs abzuspielen. Der erste von Toshiba am Markt erhältliche HD-DVD-Player kostet immerhin knapp 500 Euro. Die Anschaffung macht klarerweise jedoch nur dann Sinn, wenn das TV-Gerät den Anforderungen (Stichwort "HD ready") entspricht und der Käufer auch bereit ist, für die noch wenig verbreiteten HD-DVDs tiefer in die Tasche zu greifen. Zu bedenken ist zudem, dass die Entscheidung, ob sich nun HD-DVD oder Blu-ray durchsetzen wird, noch nicht gefallen ist. Wer sich vorzeitig für ein Format entscheidet, kann unter Umständen in ein paar Jahren das Nachsehen haben.

von Sebastian Räuchle

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