Strafmaß steht fest

Krebs vorgetäuscht: 275.000 € Strafe für Bloggerin

Web
28.09.2017 09:36

Eine australische Gesundheits-Bloggerin, die mit einer erfundenen Krebserkrankung viel Geld eingenommen hat, ist nun wegen vorsätzlicher Täuschung zu einer Strafe von umgerechnet 275.000 Euro verurteilt worden. Bereits im März war die 25-Jährige für schuldig befunden worden , die genaue Höhe des Strafmaßes wurde aber erst jetzt festgelegt.

Annabelle Natalie "Belle" Gibson hatte behauptet, einen Hirntumor mit ayurvedischer Medizin, einer Sauerstofftherapie sowie dem Verzicht auf Gluten und Zucker überwunden zu haben. In Wahrheit war die Frau jedoch nie an Krebs erkrankt gewesen. Das Gericht in Melbourne befand sie deshalb der vorsätzlichen Täuschung schuldig.

(Bild: thewholepantryapp.com)

Mit Buch und App 300.000 Euro lukriert
Nach Erkenntnissen des Gerichts kam die Bloggerin, die durch die Geschichte über ihre vermeintliche Heilung zu einiger Prominenz kam, ab 2013 über eine eigene App "The Whole Pantry" (Die ganze Speisekammer) und den Verkauf eines Buches auf Einnahmen von insgesamt 420.000 australischen Dollar (rund 300.000 Euro). Davon soll Gibson nur etwa 7000 Euro gespendet haben, obwohl sie eigentlich versprochen hatte, einen "Großteil" der Einnahmen an wohltätige Organisationen weiterzureichen.

Richterin: "Nicht alle Menschen sind jederzeit vernünftig"
Richterin Debra Mortimer hielt es in ihrem Schuldspruch für möglich, dass Gibson selbst an eine Krebserkrankung geglaubt habe. "Vielleicht hatte sie andere, psychologische oder psychiatrische Probleme. Nicht alle Menschen sind jederzeit rational und vernünftig." Dennoch sei sie nicht davon überzeugt, dass Gibson unwissentlich gehandelt habe.

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