Mi, 19. September 2018

Russische Anzeigen

07.09.2017 08:02

Facebook: Skandal um Beeinflussung der US-Wahl

Beeinflusste ein russische "Troll-Fabrik" die US-Präsidentenwahl im Herbst 2016 durch die Schaltung tausender politischer Anzeigen auf Facebook? Dieser brisanten Frage gehen derzeit Sonderermittler auf den Grund. Dabei soll geklärt werden, ob es zwischen dem Wahlkampfteam von Präsident Donald Trump und der Regierung in Moskau geheime Absprachen gab.

Wie Facebook am Mittwoch bekannt gab, seien insgesamt Anzeigen im Wert 100.000 Dollar (83.815,27 Euro) aus Russland geschaltet worden. Diese hätten aber keinen einzelnen Kandidaten unterstützt. Wie Sicherheitsschef Alex Stamos ausführte, seien viele der Anzeigen von 470 "nicht authentischen" Accounts und Seiten aufgegeben worden, die inzwischen gesperrt seien. Inhaltlich haben sich die Anzeigen laut dem sozialen Netzwerk mit vielfach polarisierenden Standpunkten zu Bereichen wie Einwanderung, Rasse und Rechte von Homosexuellen befasst.

2200 Anzeigen mit politischem Bezug gekauft
Facebook arbeitet eigenen Angaben nach nun mit den US-Behörden zusammen, die eine mögliche russische Einflussnahme auf die Wahl untersuchen. Mit potenziellem politischen Bezug seien jedenfalls 2200 Anzeigen für rund 50.000 Dollar gekauft worden. Rund ein Viertel der Anzeigen war gezielt in bestimmten Regionen platziert worden. Welche Regionen das waren, wurde nicht mitgeteilt.

Trump hatte gezielt Werbung in einigen US-Staaten gemacht, die bisher Hochburgen der Demokraten waren. Trumps Siege in Pennsylvania, Michigan und Wisconsin gaben den Ausschlag beim Urnengang.

Ellen Weintraub von der US-Wahlkommission betonte nun, die Wähler verdienten Aufklärung darüber, woher die Anzeigen stammten. Es sei ungesetzlich, wenn Ausländer direkt oder indirekt Geld für US-Wahlen aufwenden würden.

Verbindungen zu russischer "Troll-Fabrik" festgestellt
Einem Facebook-Mitarbeiter zufolge gebe es jedenfalls Verbindungen zwischen den Anzeigen und einer bekannten russischen "Troll-Fabrik" in St. Petersburg, die Kommentare in sozialen Medien veröffentliche. Sonderermittler Robert Mueller prüft derzeit, ob es nun Absprachen gab und ob Russland Einfluss auf die Wahl im November nahm.

Vorwürfe gegen Facebook
Facebook wurde vorgeworfen, während des Wahlkampfs zu wenig gegen die Manipulation öffentlicher Meinung durch gefälschte Nachrichten und Propaganda getan zu haben. Gründer und Chef Mark Zuckerberg bestritt, dass dies das Wahlergebnis beeinflusst habe. Zugleich verstärkte das soziale Netzwerk seitdem das Vorgehen gegen erfundene News und politische Einflussnahme durch gefälschte Accounts. Im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland sei bisher keine solche Aktivität festgestellt worden, betonte Facebook.

 krone.at
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