31.08.2017 13:58 |

Einmal blasen bitte!

Mit Atemtest dem Lungenkrebs auf der Spur

Die Entwicklung eines Lungenkrebs-Schnelltests aus der Atemluft soll die Früherkennung revolutionieren. Seit Jahren wird daran gearbeitet, deutsche Forscher aus Hessen vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim vermelden nun erste, vielversprechende Erfolge.

Das Prinzip funktioniert so: Spezielle Erbgut-Moleküle im Lungengewebe werden bei der Krebsentstehung verändert. Beim Ausatmen sondert der Körper Spuren davon ab. Nun gibt es eine Methode, die Bestandteile aufzufangen und zu analysieren. Dafür muss man nur in ein Röhrchen blasen, ähnlich wie bei der Alkoholkontrolle.

"Die Atemluftanalyse könnte die Erkennung von Lungenkrebs in frühen Stadien einfacher und zuverlässiger machen, sie wird die herkömmlichen Verfahren aber nicht völlig ersetzen", dämpft Dr. Guillermo Barreto, Leiter der Arbeitsgruppe, den anfänglichen Enthusiasmus. Dennoch sind die derzeitigen Studienergebnisse beachtlich. Bei einer Untersuchung an 138 Menschen, von denen schon vorher bekannt war, ob sie Lungenkrebs hatten, schlug der Test in 98 Prozent aller Fälle korrekt an. Jetzt soll die Methode an mehr als 2000 Patienten in fünf verschiedenen Lungenzentren getestet werden.

Pro Jahr erkranken in Österreich etwa 4700 Menschen an Lungenkrebs. Bei Männern handelt es sich um das zweithäufigste, bei Frauen um die dritthäufigste Tumorleiden. In vielen Fällen wird das Karzinom erst sehr spät entdeckt, da zu Beginn keine Beschwerden auftreten. Hauptursache: Rauchen.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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