Fr, 21. September 2018

Vieles kostet extra

24.08.2017 09:24

Wie Airlines ihre Nebeneinnahmen steigern

Wer kennt das nicht? Nach stundenlanger Suche scheint der perfekte Flug endlich gefunden. Die angekündigten Kosten passen gerade noch ins Reisebudget, die Aufenthaltsdauer beim Zwischenstopp scheint akzeptabel, die Fluglinie wirbt sogar mit einem Gratis-Snack. Doch die Freude währt nur kurz, denn schon ein paar Klicks später wird klar: Weder Handgepäckstück noch freie Sitzplatzwahl sind inkludiert, die Mitnahme weiterer Gepäckstücke kostet ein kleines Vermögen und selbst ein paar Extra-Zentimeter Beinfreiheit müssen fürstlich entlohnt werden. Kurzum: Dank Extraverrechnung aller Nebenleistungen war's das mit der spontanen Reise!

Wer auf der Fahrt in den Urlaub auf das Flugzeug zurückgreift, aber nur ein begrenztes Reisebudget zur Verfügung hat, kennt das Problem: Auf Preisvergleichsseiten für Flüge locken scheinbar tolle Angebote, die Kosten aber erhöhen sich nur einige Klicks später um ein Vielfaches - schon ist der Wunsch-Flug nicht mehr leistbar.

Eklatante Preissteigerungen in jedem Buchungsschritt
Fast alle Nebenleistungen, wie die Vermittlungen eines Hotelzimmers oder eines Mietwagens, Essen an Bord oder ein breiterer Sitzplatz müssen separat bezahlt werden. Das sorgt für Zuschläge. Oft müssen sogar nebeneinanderliegende Sitzplätze extra bezahlt werden. Dafür wiederum man in vielen Billigfliegern zunehmend mit Werbedurchsagen oder Spendenaufrufe gequält.

Nebeneinnahmen im Vorjahr gesteigert
Die internationalen Fluggesellschaften haben ihre Nebeneinnahmen im Vorjahr gesteigert. Besonders erfolgreich waren dabei einer Studie der Beratungsgesellschaft IdeaWorks zufolge die großen US-Anbieter, aber auch europäische Billigflieger wie Ryanair und Easyjet. Einige experimentierten mit flexiblen, nachfragegesteuerten Preisen für die Nebenleistungen - ein bereits bei Tickets erprobtes Modell.

Die ungarische Wizzair macht den Angaben zufolge bereits fast 40 Prozent ihres Umsatzes mit den Nebengeschäften. Beim AUA-Mutterkonzern Lufthansa waren die Nebeneinnahmen der Studie zufolge mit 1,35 Milliarden Dollar zum Vorjahr leicht rückläufig. Die höchsten Pro-Kopf-Nebeneinnahmen erzielte der US-Billigflieger Spirit, der allerdings auch ein radikales Preissystem verfolgt, bei den bereits Handgepäck extra zu bezahlen ist.

Allein die US-Gesellschaft United verbuchte im vergangenen Jahr neben den reinen Ticketerlösen von den Passagieren rund 6,2 Milliarden Dollar zusätzlichen Umsatz, heißt es in der Untersuchung im Auftrag des Mobilitätsdienstleisters CarTrawler. Die Einnahmen stammten knapp zur Hälfte aus dem Vielfliegerprogramm und zu 52 Prozent aus extra verkauften Dienstleistungen wie zusätzlichem Gepäck, freier Platzwahl oder Vermittlungskommissionen für Hotelzimmer oder Mietwagen.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig

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