Di, 11. Dezember 2018

Kann 100 kg tragen

22.08.2017 10:04

Drohne bringt Speck und Käse auf die Berghütte

Leise schwebte sie in Richtung Himmel, am Seil eine 50 Kilogramm schwere Transportbox gefüllt mit Lebensmitteln. Die Naturfreunde Österreich haben am Wochenende auf der Salzburger Pinzgauer Hütte in Zell am See eine Elektro-Drohne getestet. Könnte die Zukunft sein, um Hütten umweltfreundlich mit Waren zu versorgen.

Es war ein Testflug der besonderen Art. Elektronisch betrieben kann die Transportdrohne bis zu 100 Kilogramm Last tragen, der Akku würde bei voller Beladung etwa zwölf Minuten lang reichen. In Zell am See waren es vorerst 50 Kilogramm, 20 Minuten Flugzeit sind so möglich. "Das ist zurzeit noch ein Prototyp, aber die Entwicklung geht so schnell voran, die Versorgung der Hütten könnte so schon sehr bald funktionieren", zeigte sich Regina Hrbek von den Naturfreunden Österreich begeistert.

21 Hütten des Vereins gibt es in Salzburg, darunter das Leopold Happisch Haus im Tennengebirge in 1925 Metern Seehöhe. "Diese Technologie bietet eine große Chance für die Hüttenversorgung im hochalpinen Raum. Wir erwarten uns eine flexiblere Belieferung und eine Minimierung der Kosten - im Vergleich zu den Hubschrauberflügen", zeigt sich Landesvorsitzende Sophia Burtscher von der Rauchenbühelhütte in Salzburg begeistert.

Gesetze für die Drohnenflüge streng
Theoretisch könnte die E-Drohne so programmiert werden, dass sie ihren Weg alleine findet, ohne Sichtkontakt. "Das ist aber in Österreich per Gesetz verboten - noch", begründet Hrbek, warum Pilot Jânis Putrâms von der lettischen Erzeugerfirma Aerones SIA in Zell am See das Gerät nicht aus den Augen lassen durfte, als es Richtung Piesendorf schwebte - mit Speck, Käse, Radieschen und allem, was man für eine gute Jause braucht, im Gepäck. "Wir waren echt gespannt, als wir die Kiste nach dem Flug öffneten, es war alles noch an seinem Platz", versichern die begeisterten Augenzeugen. Auf der Pinzgauer Hütte gab es jedenfalls von den Schaulustigen Applaus für das Gerät, das bis zu 120 km/h schnell fliegen kann, eine Windgeschwindigkeit von bis zu 55 km/h sowie Temperaturen bis zu minus 20 Grad wegsteckt.

"Drohnen-Sharing" für mehrere Hütten im Land
Die Naturfreunde hoffen nun auf eine Änderung beziehungsweise Lockerung der strengen Vorschriften. "Wir würden dann an den neuralgischen Punkten in Österreich eine Drohne stationieren, mit einem Piloten. Mehrere Naturfreunde-Hütten der insgesamt 140 könnten sich so die Technologie teilen. "Geräuscharm, geruchlos und umweltschonend, das wollen wir", betont Bundesgeschäftsführer Günter Abraham.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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