Mo, 20. August 2018

Offener Brief an UN

21.08.2017 08:14

KI-Experten fordern Verbot von "Killer-Robotern"

116 der weltweit angesehensten KI- und Robotik-Experten aus 26 Ländern, darunter Tesla-Chef Elon Musk und Mustafa Suleyman, der führende Kopf hinter Googles Künstlicher Intelligenz "AlphaGo", haben die Vereinten Nationen in einem offenen Brief aufgefordert, autonome Waffensysteme zu verbieten. Sei die Büchse der Pandora erst einmal geöffnet, dürfte sie nur schwer wieder zu schließen sein, warnen die Wissenschaftler vor einer gefährlichen "dritten Revolution in der Kriegsführung".

"Einmal entwickelt, werden tödliche autonome Waffen Konflikte bisher nie dagewesenen Ausmaßes und in einer Geschwindigkeit ermöglichen, die der Mensch nicht begreifen kann", zitiert der britische "Guardian" vorab aus dem offenen Brief an die UN, der zum Start der International Joint Conference on Artificial Intelligence an diesem Montag im australischen Melbourne veröffentlicht werden soll.

Die KI-Experten warnen darin eindringlich vor den Gefahren autonomer Waffen, die zu "Waffen des Grauens", zu Waffen, "die Despoten und Terroristen gegen unschuldige Bevölkerungen einsetzen" oder zu Waffen, die - wenn sie gehackt würden - außer Kontrolle geraten könnten. Der Staatengemeinschaft bleibe nicht mehr viel Zeit zum Handeln: "Ist diese Büchse der Pandora erst einmal geöffnet, wird es schwer, sie wieder zu schließen", mahnen die Unterzeichner.

Keine Science-Fiction mehr
"Im Gegensatz zu anderen möglichen Manifestationen von Künstlicher Intelligenz, die nach wie vor im Bereich der Science-Fiction angesiedelt sind, stehen autonome Waffensysteme an der Schwelle zur Entwicklung und haben schon jetzt ein sehr reales Potential, erheblichen Schaden an unschuldigen Menschen und globale Instabilität zu verursachen", so Ryan Gariepy, Gründer des kanadischen Robotik-Unternehmens Clearpath Robotics, gegenüber dem "Guardian".

Die Zeitung verweist in diesem Zusammenhang etwa auf Samsungs vollautomatischen stationären Kampfroboter SGR-A1, der unbestätigten Berichten zufolge in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea eingesetzt wird. Der mit Infrarotsensoren ausgestattete Roboter soll Ziele über eine Strecke von bis zu vier Kilometern verfolgen und selbstständig zwischen Menschen und anderen Objekten wie etwa Bäumen unterscheiden können.

Doch auch Großbritannien, Russland und die USA haben dem Bericht nach bereits Prototypen intelligenter Waffensysteme entwickelt, die teils noch aus der Ferne gesteuert, teils bereits vollkommen selbstständig zu Lande, zu Wasser und in der Luft operieren.

Experten fordern Verbot nach UN-Waffenkonvention
Die Unterzeichner des offenen Briefes fordern die Vereinten Nationen daher auf, "Killer-Roboter" und andere smarte Waffen in die 1983 in Kraft getretene UN-Waffenkonvention aufzunehmen und damit auf eine Stufe mit international geächteten Waffen wie Landminen, Brand- oder auch blind machenden Laserwaffen zu stellen.

Die Vereinten Nationen befassen sich seit 2013 mit automatischen Waffensystemen. Für Montag war ein Treffen einer UNO-Expertengruppe zu dem Thema vorgesehen, doch wurde der Termin auf November verschoben. Tausende Forscher und Prominente hatten sich bereits 2015 für ein Verbot autonomer Offensivwaffen ausgesprochen. Neben Elon Musk warnt auch der britische Astrophysiker Stephen Hawking regelmäßig vor den Gefahren Künstlicher Intelligenz, wenn sie etwa für militärische Zwecke eingesetzt wird.

 krone.at
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