Mi, 18. Juli 2018

Tour de France

09.07.2017 18:16

Kolumbianer Uran gewinnt Königsetappe

Im Spurt einer sechsköpfigen Spitzengruppe hat der Kolumbianer Rigoberto Uran am Sonntag die Königsetappe der Tour de France gewonnen. Überschattet wurde der Tag aber von einem schweren Sturz des australischen Mitfavoriten Richie Porte, der ebenso ausschied wie Geraint Thomas. Dessen britischer Landsmann und Sky-Kapitän Christopher Froome verteidigte das Gelbe Trikot des Gesamtleaders erfolgreich.

Wie schon am Freitag beim Sieg von Marcel Kittel musste auch diesmal im Ziel in Chambery über das Zielfoto der Sieger ermittelt werden. Darauf war zu sehen, dass Uran den Franzosen Warren Barguil um eine Reifenbreite geschlagen hatte. Hinter Uran und Barguil folgten auf den nächsten Plätzen Froome, der Franzose Romain Bardet, der Italiener Fabio Aru und der Däne Jakob Fuglsang. In der neuen Gesamtwertung liegt nun Froome 18 Sekunden vor Aru und 51 Sekunden vor Bardet.

Aru ist damit als einziger ernsthafter Rivale von Froome übriggeblieben. Und dass er mit allen - auch unfairen - Mitteln kämpft, zeigte der Astana-Profi am letzten Anstieg. Bei einem Defekt von Froome blies er sofort zur Attacke - eine grobe Unsportlichkeit, für die er keine Mitstreiter fand. Von seinem Team wurde er daraufhin offenbar zurückgepfiffen, wütend schlug er auf den Lenker.

Froome dagegen hatte bis auf die Schrecksekunde alles im Griff, auch als Einzelkämpfer ließ der Sky-Kapitän keine Angriffe auf das Gelbe Trikot zu. Außerdem stellte der 32-Jährige seine ausgezeichneten Abfahrtsqualitäten unter Beweis. Dabei musste Froome den Verlust von Edelhelfer Thomas in Kauf nehmen. Der Auftaktsieger von Düsseldorf, der bis zur fünften Etappe Gelb getragen hatte, kam auf der Abfahrt vom Col de la Bich zu Fall und erlitt einen Schlüsselbeinbruch.

Noch spektakulärer war der Sturz von Porte auf der Abfahrt vom Mont du Chat. Der Australier kam von der Straße ab, überschlug sich und knallte mit voller Wucht gegen eine Felsböschung. Bei Porte waren sofort die Rettungskräfte, seine Halswirbelsäule wurde umgehend stabilisiert. Laut der Tour-Ärztin war der Waliser aber bei Bewusstsein, er wurde ins Krankenhaus gebracht.

Und schließlich gab es auch noch die sportlichen Verlierer. Der Kolumbianer Nairo Quintana beispielsweise büßte mehr als eine Minute ein und liegt nun in der Gesamtwertung als Achter schon 2:13 Minuten zurück. Bereits definitiv verloren scheint die Rundfahrt für den Spanier Alberto Contador, der mehr als vier Minuten nach dem Etappensieger ins Ziel kam.

Den Montag nutzt der Tour-Tross zum Transfer in den Südwesten, wo am Dienstag und am Mittwoch zwei Flachetappen folgen. Erst am Donnerstag geht es wieder in die Berge, wenn das erste Teilstück in den Pyrenäen im Programm steht.

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