Fr, 20. Juli 2018

Spielerische Macht

17.10.2016 09:43

"PES 2017": Die Wahrheit liegt am Platz

Die Wahrheit liegt am Platz. Diesem Grundsatz fühlte sich die "PES"-Serie seit jeher verpflichtet. Lange konnte der Konkurrent "Fifa" spielerisch dem Konami-Titel nicht das Wasser reichen, doch in den letzten Jahren verschwand dieses Alleinstellungsmerkmal. Mit "PES 2017" soll sich das wieder ändern.

Keine Mannschaft würde das Spielerische gepaart mit feiner Technik besser symbolisieren als der FC Barcelona. "PES 2017" wirkt im ersten Moment daher auch so als wäre es eine Hommage an die Katalanen. Im Camp Nou ertönt zu Beginn sogar die Vereinshymne, welche die Fans begeistert mitsingen. Der Vergleich mit "Fifa" ist trotzdem ein höchst ungleicher - dafür gibt es nach wie vor viel zu wenig lizensierte Teams in "PES 2017". Somit ist es keine große Überraschung, dass österreichische Mannschaften weiterhin fehlen. Was aber nicht hätte sein müssen ist die Fantasienamenauswahl, die nicht einmal ansatzweise mit den realen Vereinen vergleichbar ist.

Ostblock-Charme in den Menüs
Fans werden diesen Missstand mittels Editor sicherlich wieder zu beheben wissen. Doch ob sich Gelegenheitsspieler die Mühe machen, diese Daten einzuspielen, darf bezweifelt werden. Dank UEFA-Lizenz gibt es immerhin wieder die Champions-League-Hymne zu hören. Dazu kommt noch die Europa League. Bei den Spielmodi hat sich dagegen nicht viel getan und auch das Design der Menüs strahlt weiterhin den dezenten Charme ehemaliger Ostblock-Plattenbauten aus. Diesem Niveau schließen sich nahtlos die zwar bemühten, aber schnell nervenden deutschen Kommentatoren an.

Blick aufs Feld erfreut das Fußballerherz
Doch genug gemeckert! Ein Blick aufs Feld erfreut das Fußballerherz sofort. Die vielfältigen und gelungenen Animationen stellen dabei nur das i-Tüpfelchen dar. Das eigentliche Highlight ist die Spielmechanik: Egal ob Anfänger oder Profi, "PES 2017" spielt sich hervorragend und vor allem realitätsnah. Zeitweise hat man das Gefühl, man hätte den Ball selbst am Fuß, so präzise lassen sich die Spieler steuern sowie Pässe und Schüsse dosieren.

KI trägt zum herausragenden Spielgefühl bei
Zum herausragenden Spielgefühl trägt auch die KI einen wesentlichen Teil bei. Die Offensivspieler versuchen sich freizulaufen und als Passempfänger anzubieten. Die Verteidiger glänzen durch gutes Positionsspiel und gehen beherzt in die Zweikämpfe. Mit etwas Übung lassen sich nach schönen Kombinationen trotzdem herrliche Tore erzielen. Positiv fallen - im Gegensatz zu "Fifa" - auch die gut agierenden Torhüter auf.

Taktischer Tiefgang
Taktik-Aficionados kommen ebenfalls auf ihre Kosten: "PES 2017" bietet viele Möglichkeiten, die Mannschaft während des Spiels taktisch anders auszurichten. Bis zu drei Formationen lassen sich vorab festlegen und im Spiel ändern. Darüber hinaus können in Kombination weitere Vorgaben gemacht werden. Beispielsweise lässt sich das Flügelspiel forcieren oder die Gegenspieler können konsequent angepresst werden.

Das Beste an daran ist, dass man die erweiterten Möglichkeiten nutzen kann, aber nicht muss, um erfolgreich sein. Denn Konami hat es tatsächlich hinbekommen, dass "PES 2017" vom Anfänger bis zum Profi jedem ein gutes Spielgefühl vermittelt.

Fazit: "PES 2017" ist spielerisch wie der FC Barcelona: eine Macht! Viel besser lässt sich eine Fußballsimulation nicht umsetzen. Trotzdem wird "Fifa" wieder mehr Beachtung finden. Das liegt weniger an der Präsentation außerhalb der Stadien als an den wenigen lizenzierten Teams und dem geringeren Umfang. Schade, denn "PES 2017" hätte sich durchaus eine Chance verdient. Jeder, der Wert auf das Spiel an sich legt und auf einen Story-Modus oder Ultimate Team verzichten kann, ist hier nämlich bestens aufgehoben.

Plattform: PS4 (getestet), Xbox One, PC, PS3, Xbox 360
Publisher: Konami
krone.at-Wertung: 8/10

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