Fr, 19. Oktober 2018

CO2-Footprint

10.10.2016 16:54

Wo Elektroautos der Umwelt schaden - und wo nicht

Elektroautos sind die Retter der Erde - könnte man meinen, wenn man die politischen Bestrebungen betrachtet, Verbrennungsmotoren zu ächten. Und, ja, natürlich kommt der Strom aus der Steckdose (wenn nicht induktiv geladen wird), aber es kommt darauf an, wie er produziert wird. Hier eine Übersicht über die Elektro-Lage der Nationen Europas.

Jüngster Vorstoß in Richtung Vollelektrisierung: Laut einem Bericht des "Spiegel" soll sich der deutsche Bundesrat auf das Ziel geeinigt haben, dass ab 2030 keine neuen Verbrenner-Fahrzeuge mehr zugelassen werden dürfen.

Einen Vorteil bieten Elektroautos grundsätzlich, unabhängig von der Art der Stromproduktion: Dort, wo sie fahren, blasen sie keine Abgase in die Luft. Das passiert woanders - oder eben nicht. Und genau darauf kommt es an. Kohlendioxid (CO2) trägt zum Treibhauseffekt und damit zur globalen Erderwärmung bei.

Die Länder Europas, in denen Elektroautos einen wesentlich besseren CO2-Footprint als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor haben, sind in der Minderzahl. Die gute Nachricht: Österreich ist dabei. Das macht eine Karte deutlich, die "Financial Times"-Journalist Damien Linhart auf der Website des tschechischen Mathematikers Jakub Marian veröffentlicht hat. Sie zeigt, wie viel CO2 ein Elektroauto pro Kilometer rechnerisch ausstößt, also inklusive der Stromproduktion des jeweiligen Landes sowie der Autoherstellung.

Österreich liegt da mit 115 g/km ziemlich gut, auf dem Niveau der Slowakei und knapp besser als Lettland (123 g/km). Deutlich günstiger ist der Wert in der Schweiz (80 g/km), die praktisch gleichauf mit Norwegen, Schweden und Island liegt. Auch Frankreich sieht auf den ersten Blick günstig aus, die 90 g CO2 pro Kilometer werden allerdings durch den höchsten prozentualen Anteil nuklear erzeugten Stroms weltweit erkauft. Atomkraftwerke sind eben, was den CO2-Ausstoß betrifft, günstiger als Kohlekraftwerke (aber weniger günstig als erneuerbare Energieformen).

Hier die komplette Karte:

Zum Vergleich: Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor werden mit durchschnittlich 180 g CO2 pro Kilometer angegeben.

In Ländern wie Deutschland (174 g/km), Italien (162 g/km) und der Türkei (173 g/km) ist der Unterschied gering - in Griechenland (229 g/km) oder Polen (243 g/km) erweisen E-Autofahrer der Umwelt hingegen einen echten Bärendienst. Am krassesten ist das Missverhältnis in Estland, wo die so "umweltfreundlichen" Elektroautos 292 g/km in den Boden stampfen.

Wirklich umweltfreundlich lassen sich Elektroautos nur in Ländern betreiben, die ihren Strom überwiegend aus erneuerbaren Energiequellen beziehen, wie eben Österreich. Wie der Strom tatsächlich produziert wird, ist allerdings nicht so leicht zu ermitteln, da zum Beispiel der Strom aus Speicherkraftwerken als Wasserkraft gilt - selbst wenn das Wasser zuvor per billigem Atomstrom in den Speichersee hinaufgepumpt worden ist.

Ob ein Elektroauto umweltfreundlich ist, muss derzeit also jeder für sich selbst entscheiden - je nachdem, wo der Strom herkommt, und je nachdem, ob er Atomstrom für akzeptabel hält. Und dann muss er noch überlegen, welches Fabrikat er kauft. Zwischen, sagen wir, einem BMW i3 und einem Tesla Model S liegen Welten in Sachen Nachhaltigkeit. Und die Abschaffung der Verbrenner in den nächsten 14 Jahren? Liegt irgendwo zwischen Freaks und Missverständnis.

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