26.09.2016 11:04 |

Verstörendes Foto

Selfie-Wahn: Hillary ist da und keiner schaut hin

Diesen Wahlkampfauftritt dürfte sich US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton anders vorgestellt haben: Als sie sich auf ein Podest stellt und in die Menge winkt, drehen ihr die Zuschauer geschlossen den Rücken zu und greifen zu ihren Smartphones. Nicht, weil sie Clinton nicht interessiert hätte, sondern weil alle ein Selfie mit ihr wollten.

Smartphones haben unseren Alltag nachhaltig verändert: Im öffentlichen Nahverkehr starren die Menschen heute auf die Displays in ihren Händen, statt aus dem Fenster. Und bei Fotomotiven fragt längst niemand mehr Passanten, ob sie ein Foto von ihm knipsen können. Stattdessen greifen die Menschen zum Smartphone und machen ein Selfie.

Wie weit dieser Trend fortgeschritten ist, zeigt dieses Foto:

Darauf zu sehen: Hillary Clinton winkt bei einem Wahlkampftermin am Sonntag in die Menge - und niemand sieht hin. Stattdessen halten die Massen ihre Smartphones in die Höhe und versuchen, ein Bild von sich mit der Politikerin im Hintergrund zu knipsen.

Kontroverse Diskussion in sozialen Netzwerken
In den sozialen Netzwerken wird die Aufnahme kontrovers diskutiert. Manche erfüllt das Foto mit Traurigkeit: Sie sehen darin ein Indiz dafür, dass Smartphones und Selfies die Gesellschaft nicht unbedingt zum Besseren verändert haben. Andere halten dem entgegen, dass wir nun einmal im Jahr 2016 leben und Selfies längst ein breites Massenphänomen sind.

So oder so: Das Bild wirft Fragen auf. Beim IT-Portal "CNET" rätselt man beispielsweise, ob es in der heutigen Gesellschaft der Selbstdarstellung für die Mehrheit der Menschen wichtiger ist, auf einem Selfie mit jemandem gesehen zu werden, statt die Person tatsächlich selbst zu sehen. Von dem ikonischen Bild ausgehend muss die Antwort wohl "Ja" lauten.

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