Sa, 23. März 2019
14.09.2016 12:41

Aral stoppt Verkauf

Erdgas-VW explodiert: Fahrer schwer verletzt

Nachdem dieser VW Touran mit Erdgas-Antrieb explodiert ist, hat die Tankstellenkette Aral vorsorglich einen Verkaufsstopp von Erdgas in Deutschland empfohlen. Während des Tankvorgangs war ein Tank des Autos plötzlich hochgegangen, der Fahrer wurde schwer verletzt. Bei Volkswagen läuft bereits seit Längerem eine Rückrufaktion für Erdgasfahrzeuge.

Ein Knall, fliegende Trümmer - übrig bleiben das Wrack des blauen VW Touran und sein schwer verletzter Fahrer. Er stand zum Zeitpunkt der Explosion zum Glück VOR dem Fahrzeug, wurde aber dennoch von Trümmern an den Beinen verletzt und erlitt außerdem ein Knalltrauma. Teile des Autos sollen mehrere Hundert Meter weit geflogen sein. Der Unfall ereignete sich am Freitag in Duderstadt im Bundesland Niedersachsen.

Das nicht noch mehr passiert ist, dürfte daran liegen, dass nur einer von vier Erdgastanks des Minvans geborsten ist. Es ist seit Längerem bekannt, dass diese Tanks unter Umständen korrodieren können und dadurch zum Sicherheitsrisiko werden. Ende August hatte VW mitgeteilt, die deshalb eingeleiteten Rückrufe auszuweiten. Betroffen sind insgesamt mehr als 35.000 Fahrzeuge der Modelle Caddy, Passat und Touran der Modell-Jahrgänge 2006 bis 2010.

Einen ähnlichen Rückruf hatte es bereits vor vier Jahren gegeben, die Probleme dürften die Wolfsburger aber noch nicht in den Griff bekommen haben.

Nach VW-Angaben könnte bei einigen Fahrzeugen die Außenhaut bei Beschädigungen nicht mehr den nötigen Korrosionsschutz bieten. Sinke die Wandstärke der Gasflaschen durch Korrosion, könne dies zum Bersten eines Gastanks und zu erheblicher Verletzungsgefahr führen. Bis zur Umrüstung sollten betroffene Modelle nur im Benzinbetrieb genutzt werden. Die Besitzer würden direkt von Volkswagen kontaktiert.

Volkswagen steckt wegen des Abgasskandals mitten in der größten Rückrufaktion der Konzerngeschichte. Weltweit sind insgesamt rund elf Millionen Dieselfahrzeuge betroffen.

Ein Fünftel der deutschen CNG-Tankstellen geschlossen
An den rund 190 deutschen Aral-Tankstellen gibt es vorerst also kein CNG (Compressed Natural Gas, also Erdgas) mehr, was einem Fünftel der Zapfstellen entspricht. "Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Klärung der genauen Sachlage, um den Verkauf von Erdgas in Abstimmung mit dem jeweiligen Gasversorger zeitnah wieder zu ermöglichen", sagte ein Aral-Sprecher am Dienstag in Bochum.

"Erdgas ist grundsätzlich sicher"
Das Fahren und Tanken mit CNG stelle grundsätzlich kein größeres Risiko als bei Benzin- oder Dieselantrieben dar, betont die Initiative "Zukunft Erdgas". Erdgastanks unterliegen hohen Sicherheitsanforderungen. Das Tanken von Erdgas für alle nicht von der Rückrufaktion betroffenen Fahrzeuge sei auch weiterhin bedenkenlos möglich.

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