Sa, 18. August 2018

Studie zeigt:

09.08.2016 11:32

Gamer sind gute Schüler, Facebook-Junkies schwache

Eltern können aufatmen: Einer Studie aus Australien zufolge sind Computerspiele - insbesondere Online-Games - kein Gift für den schulischen Erfolg ihrer Sprösslinge. Im Gegenteil: Online-Spieler haben tendenziell sogar bessere Noten als Nichtspieler. Die wahre Gefahr lauert im Social Web: Facebook-Junkies schreiben schlechtere Noten als der Durchschnittsschüler.

Für die Studie hat das Royal Melbourne Institute of Technology die Ergebnisse eines standardisierten Tests analysiert, dem sich 12.000 15-Jährige stellen mussten. Ihr Ergebnis: Computerspieler schneiden besser ab als der Durchschnitt.

Konkret übertreffen australische Schüler, die fast täglich Online-Games spielen, die durchschnittliche Punktzahl in Mathematik um 15 und in Naturwissenschaften sogar um 17 Punkte.

Gamer über-, Facebook-Junkies unterdurchschnittlich
"Wenn man Online-Games spielt, löst man Rätsel, um den nächsten Level zu erreichen. Und das beinhaltet die Nutzung von Allgemeinwissen und Fähigkeiten wie Mathematik, Lesen und Naturwissenschaft, die tagsüber gelehrt werden", erklärt Professor Alberto Posso, einer der Studienautoren, in einer Aussendung.

Während Computerspiele - freilich in Maßen - dem schulischen Erfolg zuträglich sein können, trifft auf soziale Medien wie Facebook, Instagram oder Twitter das Gegenteil zu. In der Studie schnitten Social-Media-Junkies, die täglich auf Facebook und anderen Seiten aktiv sind, durchschnittlich um 20 Punkte schlechter ab als Schüler, die sich nicht im Social Web tummeln.

Die Begründung: "Schüler, die dauernd auf sozialen Medien sind, verlieren natürlich Zeit, die man sonst mit Lernen verbringen könnte. Es könnte aber auch bedeuten, dass sie Schwierigkeiten mit Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften haben - und lieber online gehen, um unter Leute zu kommen", sagt Posso.

Viele weitere Einflussfaktoren beim schulischen Erfolg
Angesichts der Studienergebnisse pauschal zu sagen, Computerspiele machen schlau und soziale Medien dumm, sei indes eine falsche Interpretation, warnt Posso. Es gebe noch etliche weitere Einflussfaktoren beim schulischen Erfolg. So habe man beispielsweise auch entdeckt, dass notorische Schulschwänzer oder Kinder, die zu einer Minderheit gehören, ebenfalls ein größeres Risiko für schlechte Noten haben als der Durchschnittsschüler.

Computerspiele und Facebook sieht Posso letztlich trotzdem als besondere Chance. "Lehrer sollten darüber nachdenken, populäre Videospiele im Unterricht zu benutzen - solange sie nicht gewalthaltig sind", empfiehlt er. Auch soziale Medien könne man im Unterricht einsetzen - um jene Schüler zum Lernen zu animieren, die sonst bloß ihre Zeit auf Facebook totschlagen würden.

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