Mo, 20. Mai 2019
15.01.2016 10:55

Hot or not?

Facebook: Attraktives Profilbild erhöht Jobchancen

Dass Personaler auch in sozialen Netzwerken wie Facebook nach Informationen über Bewerber suchen, um mehr über deren Persönlichkeit zu erfahren, ist bekannt. Welchen Einfluss der so gewonnene Eindruck tatsächlich auf die Auswahl von Kandidaten für ein Vorstellungsgespräch hat, war bislang jedoch unklar. Ein Forscherteam der Uni Gent ist dieser Frage nun auf den Grund gegangen und fand dabei heraus, dass ein attraktives Profilbild die Jobchancen maßgeblich erhöht.

Für ihr Experiment verschickten die Forscher über 2000 fiktive Bewerbungen auf echte Stellenanzeigen aus unterschiedlichen Branchen. Auf jede Ausschreibung wurden jeweils zwei inhaltlich gleichwertige Bewerbungen männlicher Hochschulabsolventen verschickt. Die Suche nach den Bewerber-Namen bei Google oder Facebook führte jeweils ausschließlich zu einem von vier Facebook-Profilen, das die Forscher angelegt hatten. Dabei waren nur die Profilbilder öffentlich sichtbar. Diese unterschieden sich im Hinblick auf körperliche Attraktivität und die durch das Foto vermittelten Charaktereigenschaften, die in einer vorangegangenen Studie bewertet worden waren, teilte das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit mit, das die Studie veröffentlichte.

Attraktivität öffnet Türen
Die Auswertung der Antworten zeigte, dass der Kandidat mit dem "attraktivsten" Facebook-Profilbild über 20 Prozent mehr positive Rückmeldungen erhielt als der am wenigsten attraktive Mitbewerber. Eine direkte Einladung zum Vorstellungsgespräch erhielten die gut aussehenden Bewerber sogar um fast 40 Prozent häufiger. Die Ergebnisse zeigen auch, dass Facebook am ehesten bei Stellenausschreibungen mit höheren Qualifikationsanforderungen herangezogen wird. Entgegen den Erwartungen der Forscher spielte es allerdings keine Rolle, ob die zu besetzenden Stellen regelmäßigen Kundenkontakt beinhalteten.

Ehrlichere Selbstdarstellung
In einer Variante des Experiments fügten die Forscher die Profilbilder den Lebensläufen der Bewerber hinzu und wählten Namen aus, die nicht einem spezifischen Facebook-Profil zuzuordnen waren. Hierbei hatten die Attraktivität und die durch das Foto vermittelte Zuverlässigkeit der Person eine ähnliche Wirkung wie im Versuch mit den Facebook-Bildern.

Für Studienautor Stijn Baert ist daher klar: "Obwohl sicher nicht alle Arbeitgeber auf Facebook surfen, beeinflusst das Profilbild die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch in gleichem Maße wie ein Bild im Lebenslauf. Denn die Selbstdarstellung auf Facebook gilt im Vergleich zur idealisierten Darstellung im Lebenslauf als realistischer und ehrlicher."

Ob der "Bewerber-Check" über das private Netzwerk auch ethisch vertretbar ist, will Baert nicht beurteilen, verweist jedoch darauf, dass jeder Nutzer seine Privatsphäre-Einstellungen selbst in der Hand habe.

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