Mo, 17. Dezember 2018

Zwist in Anthering

17.12.2015 17:57

Mit zwei Drohnen gegen Wildschweinjagd

Tierschützer versuchten am Dienstag die behördlich genehmigte Wildscheinjagd in einem Gatter der Mayr-Melnhofs in Anthering zu torpedieren. Nach Protesten und Eingreifen der Polizei ließen sie schließlich zwei Drohnen über das Gebiet fliegen. Diese sollten das "Massaker" fotografieren.

Es ist bereits Tradition, dass Max Mayr-Melnhof kurz vor Weihnachten etliche Jäger einlädt, um in seinem 500 Hektar großen Jagdgatter in Anthering Wildschweine zu erlegen. "Alles war von der Gemeinde und der Behörde genehmigt. Wir machen das ja seit Jahrzehnten. Wir haben ausreichend Leute organisiert und das Gebiet gesperrt", schildert der Mayr-Melnhofsche Gutsverwalter Frank Diehl. Es lief also alles ordnungsgemäß ab. Doch dann tauchten Tierschützer rund um Martin Balluch, den Obmann des Vereins gegen Tierfabriken, auf.

Schüsse auf Drohnen - "Sachbeschädigung"
"Die haben sich überall zu den Zäunen gestellt und mit Kameras mit Objektiven fotografiert. Wir wollten keinen Streit und haben lieber die Polizei gerufen", sagt Diehl. Die Tierschützer wurden aufgefordert das Fotografieren zu unterlassen. Es ging um die Verletzung der Persönlichkeitsrechte der abgelichteten Jäger. "Die haben aber weiter gemacht. Sie waren zum Teil maskiert und wollten auch ihre Ausweise nicht vorzeigen", ergänzt Diehl. Als man glaubte, die Sache sei erledigt, steuerten die Tierschützer schließlich zwei Drohnen ins Gatter und fotografierten die Jäger von oben. Laut Martin Balluch soll dann ein Teilnehmer sogar zweimal auf eine der Drohnen gefeuert haben. "Das ist vorsätzliche Sachbeschädigung und ein Strafdelikt", erklärt Balluch weiter.

Forderung nach Verbot der Gatterjagd
Diehl weiß davon nichts. Man überlegt noch, ob man Anzeige erstattet. Balluch sprach nach der Jagd von einem Massaker. Die Tiere seien durch die Schüsse und ein Hunderudel in Todesangst versetzt worden. "Die Jäger konnten von ihren Ständen aus nach Herzenslust auf die flüchtenden Tiere feuern." Balluch fordert ein Verbot der Gatterjagd. Er kündigt eine Anzeige wegen Tierquälerei an. Damit wird er nicht viel erreichen. Die Jäger haben sich an die Regeln gehalten, die Gatterjagd ist in Salzburg erlaubt.

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