Zwischen den Gemeinden Ludesch und Nüziders erstreckt sich eine abwechslungsreiche Landschaft, die sich gemütlich „erwandern“ lässt. Ein herbstliches Naturerlebnis mit schönen Ausblicken.
Die Hangterrassen des Walgaus zwischen Ludesch und Nüziders bieten verschiedene Routen für abwechslungsreiche Herbsttouren. Dazu gehört beispielsweise die Strecke von Ludesch über den Hängenden Stein nach Nüziders, welche Naturerlebnis mit schönen Ausblicken verbindet. Wer mehr Zeit und Kondition mitbringt, kann die Tour über die historische Martinskirche und hinauf zum Ludescherberg erweitern.
Ausgangspunkt ist beim Bahnhof Ludesch. Von dort folgt man der Straße bis zum Kreisverkehr, kreuzt diesen und spaziert vorbei am alten Steinbruch auf den Walgauweg. Gemütlich geht es eine Weile dem kleinen Bach entlang, bis man auf das Schild trifft, welches die Abzweigung auf den Weg nach Nüziders über Bazis markiert. Nun führt ein schmaler, kontinuierlich ansteigender Wanderpfad (weiß-rot-weiße Markierung) durch bewaldetes Gebiet stetig aufwärts.
Eiszeitliche Gletscher dominierten
Die Strecke verläuft entlang der Flanke des „Hängenden Steins“ – einer weithin sichtbare Felsformation aus Dolomitgestein. Als markanter Talriegel widerstand diese einst den Kräften der eiszeitlichen Gletscher. Heute ist das Gebiet nicht nur ein landschaftlicher Blickfang, sondern auch bei Kletterern beliebt. Zugleich verweist die Umgebung auf die lange Besiedlungsgeschichte der Region: Der Rappenkopf oberhalb des Hängenden Steins war das Zentrum der letzten größer angelegten archäologischen Grabungsarbeiten im Bereich von Nüziders, welche 2003 von der Gemeinde in Auftrag gegeben wurden. Im Bereich des Geländeplateaus entdeckten die Forscher Spuren von Siedlungstätigkeiten, die in die Bronzezeit datieren (ca. 1600 bis 1200 v. Chr.). Die Natur hat die alten Plätze längst zurückerobert und heute ist das Gebiet vor allem ein Naherholungsraum.
Die Schneeheide (Erica carnea), auch Winterheide genannt, ist ein immergrüner Zwergstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse. Die Art ist in den Alpen und anderen Gebirgsregionen Mittel- und Südeuropas heimisch. Mit ihren niederliegenden, dicht verzweigten Trieben bildet die Schneeheide häufig ausgedehnte Polster und erreicht eine Höhe von etwa 10 bis 30 Zentimetern. Ihre nadelförmigen, nur wenige Millimeter langen Blätter stehen meist zu viert in kleinen Quirlen. Besonders auffällig sind die rosafarbenen bis purpurroten, glockenförmigen Blüten, deren dunkelrote Staubbeutel deutlich aus der Blütenkrone herausragen. Die hellen Knospen werden bereits im Herbst des Vorjahres angelegt, sodass sich die ersten Blüten bei milder Witterung schon im Jänner öffnen können. Die Hauptblütezeit reicht je nach Höhenlage und Witterung bis ins Frühjahr. Somit ist die Schneeheide eine wichtige erste Nahrungsquelle für Insekten. Im Gegensatz zu vielen anderen Heidekrautgewächsen bevorzugt diese Art kalkreiche Böden. Sie gedeiht besonders gut an sonnigen, trockenen Hängen, auf Dolomitgestein und im Unterwuchs lichter Föhrenwäldersowie in Latschengebüschen. Wie andere Heidekrautgewächse lebt auch Erica carnea zudem in enger Symbiose mit Bodenpilzen, die ihre Nährstoffversorgung unterstützen und ihr das Wachstum auf nährstoffarmen Böden erleichtern.
Nach den schattigeren Waldpassagen öffnet sich schließlich das Gelände auf der sonnenexponierten Hochebene von Bazis (660 Meter). Der Weg führt weiter in Richtung Nüziders, wo sich immer wieder Ausblicke auf den Walgau und die umliegende Bergwelt eröffnen. Wer die Wanderung gemütlich angehen möchte, kann die Strecke als Verbindung zwischen den beiden Ortschaften genießen.
Typ: kleine Herbstwanderung Ausgangspunkt: Bahnhof Ludesch
Dauer: Variante Ludesch-Bazis-Nüziders 1,5 bis 2 Stunden; Ludesch-St. Martin-Ludescherberg-Bazis-Nüziders 2,5 bis 3 Stunden und rund 450 Höhenmeter
Ausrüstung: Laufschuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung
Einkehrmöglichkeiten: in den jeweiligen Ortschaften
Öffentliche Verkehrsmittel: Regionalzug bis Ludesch oder Buslinie 560 bis Ludesch Unterfeld
Als sportlichere Alternative mit historischem Bezug bietet sich die Strecke über die Ludescher Kirche Sankt Martin. Diese Route führt deutlich steiler bergauf und verlangt auf dem Weg zum Ludescherberg mehr Kondition. Dafür belohnt dieser Abschnitt den Aufstieg mit einer weiten Sicht über das gesamte Walgau-Tal. Nach Erreichen des Ludescherbergs quert der Pfad die oberen Terrassen, mündet ebenfalls im Bereich Bazis und führt von dort aus hinunter nach Nüziders. Beide Varianten verdeutlichen die topografische Vielfalt der Region und lassen sich je nach persönlichem Vorlieben flexibel begehen oder verbinden.
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