„Sinnloses Drehen“
40 EU-Abgeordnete fordern Ende der Zeitumstellung
Mehr als 40 EU-Abgeordnete haben die EU-Verkehrsministerinnen und -verkehrsminister in einem Brief aufgefordert, die Abschaffung der Zeitumstellung zu diskutieren. „Das sinnlose halbjährliche Drehen an der Uhr muss endlich ein Ende finden“, sagte der SPÖ-EU-Delegationsleiter Andreas Schieder.
„Der Zeitumstellung lässt sich wenig Positives abgewinnen: Zwei Mal im Jahr werden Mensch und Tier mit teils schwerwiegenden Folgen aus ihrer Routine geworfen und der Biorhythmus durcheinandergebracht. Auch die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen sind nicht von der Hand zu weisen“, führte der Österreicher weiter aus. Er hat den Brief gemeinsam mit den ÖVP-EU-Abgeordneten Sonja Kircher und Lukas Mandl unterschrieben. Insgesamt haben sich mehr als 40 Politikerinnen und Politiker der Initiative angeschlossen, die der deutsche EVP-EU-Abgeordnete und Arzt Peter Liese gestartet hat.
„Im September 2018 legte die Europäische Kommission einen Gesetzesvorschlag zur Abschaffung der saisonalen Zeitumstellung vor. Das Europäische Parlament verabschiedete seinen Standpunkt im März 2019 mit großer Mehrheit. Doch mehr als sieben Jahre später hat der Rat noch immer keinen gemeinsamen Standpunkt gefunden“, heißt es in dem Brief. Liese betonte die gesundheitlichen Auswirkungen der zweimal jährlichen Zeitumstellung für Menschen, darunter Schlafstörungen, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.
Es gibt keinen vernünftigen Grund, den Tagesrhythmus von Millionen von Menschen zweimal im Jahr zu stören.
Peter Liese, EVP-EU-Abgeordneter
„Lösung sorgfältig abstimmen“
Die ursprünglich erwarteten Energieeinsparungen hätten sich nicht „in nennenswertem Umfang eingestellt“. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, den Tagesrhythmus von Millionen von Menschen zweimal im Jahr zu stören. Die Verantwortlichen müssen endlich handeln“, sagte Liese. In dem Schreiben heißt es, dass jede Lösung „sorgfältig zwischen den Mitgliedstaaten abgestimmt werden“ müsse, um beispielsweise „unnötige Komplikationen“ bei grenzüberschreitenden Aktivitäten zu vermeiden. „(...) Nötig ist eine enge Koordination der Mitgliedstaaten, um zu viele unterschiedliche Zeitzonen zu vermeiden. Weniger Jetlag vor allem für ältere Menschen und Kinder durch die Zeitumstellung, dauerhafte Sommerzeit für Österreich – das ist unser Ziel“, sagte Kircher.
Die EU-Kommission hat eine Studie zur Zeitumstellung bis Ende des Jahres angekündigt. Die Mitgliedstaaten sollten selbst entscheiden, ob sie die Sommer- oder Winterzeit dauerhaft beibehalten wollen, hieß es. In der Frage sind die Regierungen der Mitgliedsländer nicht einer Meinung, daher gibt es auch noch keine EU-weite Lösung.
Österreichs Regierung hat die Zeitumstellung per Verordnung bis 2031 festgelegt. Am kommenden Sonntag, 25. Oktober, beginnt die Winterzeit. In der Nacht um 3 Uhr wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt, also auf 2 Uhr. Die Winterzeit beginnt immer am letzten Sonntag im Oktober, die Sommerzeit am letzten Sonntag im März.

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