Ein Monat ist die Saison in der ICE Hockey League absolviert. Vor dem Duell am Mittwoch (19.15) mit den Vienna Capitals erzählte Black-Wings-Coach Philipp Lukas der „Krone“, welche Lehren er aus der schwachen letzten Saison zog und wie er die Linzer wieder in die Spur und in die Top-3 brachte.
„Krone“: Herr Lukas, das erste Monat in der win2day ICE Hockey League ist gespielt, die Black Wings stehen in den Top-3 in den Top-3. Hielten Sie das nach der schwachen letzten Saison für möglich?
Philipp Lukas: Natürlich! Die Frage ist eher: Hätten wir das vor zwei Monaten unterschrieben? Auf jeden Fall! Es ist extrem positiv, wie sich die Mannschaft bis jetzt entwickelt hat, viel besser könnten wir nicht unterwegs sein. Das Level gilt’s zu halten, den kreierten Zusammenhalt und Glauben an unser Spiel weiter auszubauen.
Sie scheinen nach den verpassten Play-offs richtige Schlüsse gezogen zu haben.
Der erste Blick ist immer in den Spiegel! Ich hätte letzte Saison anders sein müssen. Ich habe alles probiert, aber nicht geschafft, die richtigen Impulse zu setzen. Wir waren mit unseren Fähigkeiten mit und ohne Puck nicht annähernd, wo wir im Jahr zuvor waren. Ich hab’ versucht, mich nach der Saison weiterzuentwickeln und weiterzubilden.
Was machen Sie anders?
Es ist ein ständiger Prozess, zu evaluieren: Spieler, Staff, aber auch mich selbst zu reflektieren, eine Gruppe an Führungsspielern immer wieder mit einzubeziehen in diesen Prozess. Es ist schön zu sehen, wie sie die Rollen annehmen. Dass es schnell fruchtet, freut mich und zeigt, dass wir auf keinem unrichtigen Weg sind.
Sie haben 10 Cracks geholt, im Trainerteam Rollen geändert: Matej Hocevar ist nun für die Verteidiger und Unterzahl zuständig, Mark Szücs hilft Ihnen mit Stürmern und Powerplay.
Es war für mich der richtige Moment für Veränderungen. Ich denke, dass sie zum Guten waren. Wir haben für meine Vision zu alt und zu langsam ausgeschaut, wussten: Für eine andere Spielweise ´ brauchen wir anderes Personal. Auch die Veränderung im Staff war sehr positiv, Wir haben uns viele Gedanken gemacht: Wie können wir Spielweise, aber auch die Kommunikation mit den Spielern anders gestalten, um wieder zur Freiheit in unserem Spiel zu kommen. Wir spielen jetzt teils wirklich gutes Eishockey, sind schneller, aggressiver, Handlungsschnelligkeit und Entscheidungsfindungen sind wieder besser, wir spielen viel intuitiver.
Dabei spielen Sie mit wenigen Legionären. Wie läuft die Verteidigersuche?
Wir haben gezeigt, dass unsere Philosophie ein machbarer Weg ist: Es gibt viele Chancen für österreichische Spieler! Wir spielen teils nur mit fünf Imports und einem jungen Tormann, haben trotzdem Erfolg. Bezüglich eines Verteidigers sind wir am Schauen, aber es ist keine leichte Zeit. Selbst wenn etwas am Markt ist, blicken die in andere Ligen.
Die Verträge aller Coaches laufen Ende der Saison aus!
Es gab schon Gespräche und man wird sicher Zeit finden für weitere.
Klubchef Peter Nader sagt: Selbst wenn Ihre Trainer-Ära einmal endet, werden Sie Sportlicher Leiter bleiben. Stimmen Sie zu?
Ja, alle wissen, dass die Black Wings für mich mehr sind als nur ein Arbeitgeber. Ich bin sehr dankbar für die Aufgabe und könnte mir im Moment nichts Besseres vorstellen.
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