Razzia in Wien

Ekel-Funde in Praxis: Horror-Arzt aufgeflogen

Wien
21.10.2026 10:50

In einem gemeinsamem Großeinsatz hat Wiens Gruppe Sofortmaßnahmen mit mehreren beteiligten Magistratsabteilungen und sogar einer Abordnung der Ärztekammer einem Horror-Mediziner in Favoriten am Dienstag das Handwerk gelegt. Die vorgefundenen Zustände spotteten jeder Beschreibung.

Ein behördliches Großaufgebot nahm sich am Dienstag die verdächtige Arztpraxis im 10. Bezirk vor: Mit der Gruppe Sofortmaßnahmen waren unter anderem auch der städtische Gesundheitsdienst, das Sozialamt, die Polizei, die Wiener Ärztekammer und die Gesellschaft für medizinische Qualitätssicherung im Einsatz. Alle Beteiligten fanden mehr Missstände vor, als sie sich in ihren kühnsten Alpträumen vorstellen konnten.

Medizinisches Kabinett des Schreckens
Der Skandal-Arzt hätte seinen Beruf seit zehn Jahren schon nicht mehr ausüben dürfen. Trotzdem bot er Behandlungen von Botox-Spritzen bis hin zu Beschneidungen an. Zum Teil soll er die Behandlungen unter dem Deckmantel – und mit dem offiziellen Stempel – eines anderen in der Ordination tätigen Arztes vorgenommen haben. Eine Hilfskraft war darüber hinaus schwarz beschäftigt. Ebenso konnten unberechtigte Bezüge aus der Wiener Mindestsicherung nachgewiesen werden.

Die Gruppe Sofortmaßnahmen im Einsatz.
Die Gruppe Sofortmaßnahmen im Einsatz.(Bild: Gruppe Sofortmaßnahmen)

Am schwersten wogen jedoch die gesundheitsgefährdenden Umstände in der Praxis selbst: Verunreinigte Spritzen sowie abgelaufene, nicht fachgerecht gelagerte und angebrochene Medikamente wurden ebenso gefunden wie solche, die in der EU gar nicht zur Verwendung zugelassen sind – zum Teil auch in einem Rollcontainer im Wartebereich „zur freien Entnahme“ ohne jegliche Kontrolle. Grauenhafte allgemeine hygienische Zustände fielen angesichts dessen kaum mehr ins Gewicht.

Zitat Icon

Wenn Menschen medizinische Hilfe suchen, müssen sie sich darauf verlassen können, in sicheren Händen zu sein. Dieses Vertrauen darf niemals missbraucht werden.

Walter Hillerer, Leiter Gruppe Sofortmaßnahmen

Medizinischer Ausrüstung wie dem EKG fehlten alle nötigen Prüfbescheinigungen, eine Notfallausrüstung fehlte völlig. Die hätte allein schon wegen des baulichen Zustands der Ordination nötig werden können: Wilde Verkabelungen und aus der Wand hängende Steckdosen stellten noch vor der Behandlung ein Risiko für Patienten dar. Es hagelte haufenweise Anzeigen, bis hin zu schwerem Betrug. Die Praxis wurde versiegelt, die Schlösser ausgetauscht.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung