Die mit viel Vorschusslorbeeren in ihr Amt als Donald Trumps Pressesprecherin gestartete und nach schweren Patzern nach fünf Tagen wieder gefeuerte Katie Zacharia lieferte sogar mit ihrem Abschiedsfoto einen Fauxpas. Nach ihrem Rauswurf veröffentlichte sie ein Bild, das sie mit dem US-Präsidenten zeigt. Mit dem Foto enthüllte sie aber auch einen Geheimplan Trumps.
Der Stein des Anstoßes liegt auf Trumps Schreibtisch im Oval Office des Weißen Hauses: Eine digital unscharf gemachte Landkarte, auf der offensichtlich die Umrisse des Washingtoner East Potomac Parks zu erkennen sind.
Golfplatzprojekt von Richterin vorerst gestoppt
Dabei handelt es sich um ein historisches Gelände, das zuletzt für viele Kontroversen gesorgt hat, weil sich darauf ein Golfplatz befindet, den Trump umbauen lassen will. Zu diesem Zweck wurden Hunderte Bäume gerodet, ein weiterer Kahlschlag wurde durch von einem Gericht gestoppt. Daraufhin wurde der zuständigen Richterin vorgeworfen, „feindselig“ zu handeln und dementiert, dass es überhaupt einen Plan für den Umbau des Golfplatzes gibt.
Das nun durch Zacharia veröffentlichte Bild mit der Landkarte scheint das Gegenteil zu zeigen. Trump geriet dadurch unter Druck, ging in die Offensive und offenbar veröffentlichte von sich aus die bis dahin geheimgehaltenen Pläne zum Umbau der Anlage.
Baubeginn Mitte November?
Weitere Probleme sind dadurch programmiert, denn das Gelände wurde bisher von vielen Bürgern als Naherholungs- und Freitzeitoase genutzt. Die neuen Pläne sehen weitere Rodungen und den Rückbau von Wegen vor, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social mitteilte. Die Arbeiten sollen bereits Mitte November beginnen und 15 Monate andauern. Während dieser Zeit soll der Golfplatz geschlossen bleiben, danach könnten dort Turniere auf Weltklasseniveau ausgetragen werden. Falls das Projekt von Gegnern nicht doch noch blockiert wird ...
Zacharia jedenfalls ist sich wegen des versehentlichen Leaks keiner Schuld bewusst. Sie sieht in dem Bild nur „ein süßes Foto“ aus dem ein Skandal gemacht werde.
Schwere Patzer in nur fünf Tagen Amtszeit
Obwohl sie als Pressesprecherin nur wenige Tage Zeit hatte, unterliefen der 41-Jährigen mehrere Fehltritte und sah sich deshalb zahlreichen Fragen zu ihrem juristischen Werdegang sowie herber Kritik an ihrem Auftreten bei Medienterminen ausgesetzt. Trump hatte sie als Anwältin präsentiert, obwohl sie die dafür notwendige Prüfung nicht bestanden hatte.
Zacharia bei Anwaltsprüfung durchgefallen
Zacharia hatte am Dienstag ihre erste offizielle Pressekonferenz gegeben. Kurz darauf kamen Fragen zu ihrer juristischen Laufbahn auf. Zacharia selbst erklärte am Mittwoch schriftlich, sie habe im Bereich des internationalen Transaktionsrechts praktiziert. Recherchen ergaben jedoch, dass sie in keinem US-Bundesstaat als Anwältin registriert ist. In einem TV-Interview am Donnerstag räumte Zacharia schließlich ein, die Anwaltsprüfung („bar exam“) nicht bestanden zu haben, das für eine Zulassung als Rechtsanwältin in den USA nötig ist.
„Es war mir eine Ehre, für ihn zu arbeiten“, teilte sie am Freitag X mit Blick auf Trump mit. Zacharias Amtszeit gilt als die kürzeste in der Geschichte der Sprecher und Sprecherinnen des Weißen Hauses. Anthony Scaramucci war unter Trump im Jahr 2017 zehn Tage lang als Kommunikationsdirektor im Amt. Zacharias Vorgängerin Karoline Leavitt hatte ihren Posten im August abgegeben, um nach eigenen Angaben künftig mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen.
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