Ausbau in Stockerau

Mehr Platz für Tiere in Not am Assisi-Hof

Niederösterreich
20.10.2026 11:00

Eine eigene Wildtierstation und neue Volieren für Papageien und Sittiche: Der Assisi-Hof in Stockerau erweitert sein Angebot. Seit der Eröffnung vor drei Jahren wurden hier 738 Haustiere aufgenommen. Auch die Zahl hilfsbedürftiger Wildtiere steigt.

Mehr Raum für Hunde und Kleintiere, eine Auffangstation für Ziervögel und ein eigener Bereich für Wildtiere: Am Assisi-Hof in Stockerau stehen mehrere Erweiterungen an. Einige sind bereits umgesetzt, andere sollen in den kommenden Monaten fertig werden.

Der Österreichische Tierschutzverein reagiert damit auf den wachsenden Bedarf an Unterbringung und Versorgung. Die Bereiche für Hunde und Kleintiere wurden zuletzt bereits vergrößert. Nun steht ihnen mehr Platz für Beschäftigung und Auslauf zur Verfügung.

Neue Auffangstation für Papageien und Sittiche
Noch heuer soll eine Auffangstation für Papageien, Sittiche und andere Ziervögel fertig werden. Für diese Tiere gibt es laut Verein in Österreich zu wenige spezialisierte Plätze.

Tierpflegeleiter Alfred Kofler betont, dass im Stockerauer Assisi-Hof künftig noch mehr Platz ...
Tierpflegeleiter Alfred Kofler betont, dass im Stockerauer Assisi-Hof künftig noch mehr Platz für die Versorgung in Not geratener Wildtiere geschaffen wird.(Bild: Österreichischer Tierschutzverein)

„Diese exotischen Vögel haben besondere Ansprüche an Haltung, Platzangebot, Sozialkontakte und Beschäftigung“, erklärt Tierpflegeleiter Alfred Kofler. Großzügige Volieren sollen ihnen die passende Umgebung bieten.

Bereits 205 Wildtiere bis Ende September
Für das Frühjahr 2027 ist die Fertigstellung einer eigenen Wildtierstation vorgesehen. Wie groß der Bedarf ist, zeigen die Aufnahmezahlen: Bis Ende September wurden heuer bereits 205 hilfsbedürftige Wildtiere versorgt. Im gesamten Vorjahr waren es 102. „Darunter waren vor allem verwaiste Hasenbabys und Igel sowie viele verletzte Vögel“, schildert Hofleiterin Stephanie Lang. Ziel ist es, die Tiere nach ihrer Versorgung wieder auszuwildern.

Seit der Eröffnung vor drei Jahren hat der Assisi-Hof zudem 738 Haustiere aufgenommen. Bis Jahresende könnten es laut Verein rund 800 sein. „Deshalb bauen wir den Assisi-Hof weiter aus und schaffen damit zusätzliche Möglichkeiten, um Tiere aufzunehmen, zu versorgen und ihnen eine zweite Chance zu geben“, betont Geschäftsführer Alfons Hargaßner.

Solarstrom soll laufende Kosten senken
Auch die Energieversorgung soll ausgebaut werden. Auf dem Lagergebäude wurde heuer eine Photovoltaikanlage mit 25 Kilowatt Spitzenleistung installiert. An sonnigen Tagen kann sie laut Verein fast die Hälfte des Strombedarfs am Hof decken. Die Investition kostete rund 45.000 Euro.

„Wir wollen die Solarenergie weiter ausbauen und damit langfristig Kosten einsparen. Dafür sind wir wieder auf Unterstützung angewiesen“, sagt Hargaßner. Hilfe erhält der Assisi-Hof auch aus der Region: Die Stadt Stockerau stellte das Pachtgrundstück zur Verfügung. Ehrenamtliche „Hofengel“ und Pflegestellen unterstützen die Arbeit.

Beim Bildungsprogramm „Camp Tierschutz“ erhalten heuer außerdem 32 Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren praktische Einblicke in den Tierschutzalltag.

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