Michael Schneider, der sich als Seher bezeichnet, hat erst kürzlich bei einer Vermisstensuche in Südtirol die Einsatzkräfte zur Leiche eines Mannes geführt. Jetzt glaubt der Deutsche, auch im Fall der in den Tiroler Bergen vermissten Carolin weiterhelfen zu können.
Der 56-Jährige reagierte auf den „Krone“-Bericht über die verzweifelte Suche des Vaters nach der 25-Jährigen in den Bergen im Bereich der Leutasch (Bezirk Innsbruck-Land). Schneider hat laut eigenen Angaben schon öfter bei Vermisstensuchen bzw. bei der Aufklärung von Verbrechen helfen können.
„Treffer“ kürzlich in Südtirol
Zuletzt war dies im September im Südtiroler Hochpustertal der Fall. Ein 69-Jähriger galt dort in einem großen Gebiet als verschollen, der Deutsche Schneider gab den Einsatzkräften die Koordinaten jenes Bereichs, in dem er den Abgängigen vermutete. Und tatsächlich: Nur 1,5 Kilometer entfernt lag die Leiche.
Seit 6. September verschollen
Jetzt schaltete er sich in den Vermisstenfall Carolin Schmidt (25) ein. Die junge Frau gilt, wie berichtet, seit 6. September im Grenzgebiet zwischen Mittenwald, Leutasch und Ehrwald als verschollen.
Bei Unfall fatal abgerutscht?
„Carolin ist bei einem Unfall abgerutscht – mit tödlichen Folgen“, zeigt er sich im Gespräch mit der „Krone“ überzeugt. Und er nannte die Koordinaten, wo er die Hessin vermutet. Dies wäre ein Bereich im Gaistal, in einem Dreieck zwischen Wettersteinhütte, Wangalm und Erinnerungshütte. „Sie liegt aber nicht direkt bei den Hütten, sondern etwas davon entfernt.“
Gabe ist Segen und Fluch zugleich
Wie bei vergleichbaren Fällen schaute er sich die Karte an und fuhr mit den Fingern darüber. „Irgendwann blieben dann Finger und Auge stehen“, schildert der 56-Jährige aus dem fernen Sachsen-Anhalt. Manchmal könne er helfen, manchmal aber auch nicht, schränkt er ein. Diese hellseherische Gabe habe er immer schon gehabt, sie sei freilich nicht nur Segen, sondern auch eine Last.
Ich fahre mit den Fingern über die Karte, irgendwann bleiben dann Finger und Augen stehen. Carolin ist abgestürzt, Suizid war es keiner.

Michael Schneider, Seher und Heiler
Bild: Privat
Einer, der mit Schneider seit Jahren eng in Kontakt steht, ist laut dem Südtiroler Nachrichtenportal „stol.it“ der Südtiroler Universitätsprofessor Paolo Reggiani, der bereits mehrere Suchaktionen mitverfolgte. „Ich kann es mit der Ratio nicht erklären – aber seine Ergebnisse haben mich überzeugt“, sagte Reggiani gegenüber „stol.it“.
Der Vater kann sich jederzeit melden, wir fahren mit ihm unser Gebiet ab und unterstützen ihn bei seiner Suche auch mit Drohnen – alles kostenlos.

Regina Poberschnigg, Bergrettung Ehrwald
Bild: Christof Birbaumer
Suchaufforderung muss von Polizei kommen
„Wenn der Mann schon Vermisste gefunden hat, dann ist das ernst zu nehmen“, sagt Michael Strigl, Chef der in dem Bereich zuständigen Bergrettung Leutasch. Eine Aufforderung zur Suche müsse aber von der Alpinpolizei kommen.
Angebot der Bergrettung Ehrwald
Unterdessen hat die Bergrettung Ehrwald (Bezirk Reutte) ein Angebot für den Vater. „Er kann sich jederzeit melden, wir fahren mit ihm unser Gebiet ab und unterstützen ihn bei seiner Suche auch mit Drohnen – alles kostenlos“, so die stellvertretende Ortsstellenleiterin Regina Poberschnigg.
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