„Wir haben eure Daten“

Cyberangriff auf Smart-Home-Spezialist Loxone

Oberösterreich
19.10.2026 09:50

Der weltweit tätige Smart-Home-Spezialist Loxone aus dem Mühlviertel wurde am Wochenende Opfer eines Cyberangriffs. Die mutmaßlichen Täter behaupten, mehr als 200 Gigabyte an Daten erbeutet zu haben und drohen nun mit deren Veröffentlichung. Loxone betont, dass die Anlagen seiner Kunden nicht betroffen seien.

Wie die „Krone“ erfuhr, wurde der Angriff offenbar am Sonntag in den frühen Morgenstunden entdeckt: Statt des gewohnten Internetauftritts mit Informationen und Lösungen rund um das intelligente Zuhause fanden Besucher der Webseite loxone.com eine Botschaft der mutmaßlichen Erpresser. Darin heißt es: „Wir haben eure Daten.“

Hinter der Botschaft soll eine Hackergruppe stecken, die sich „Samurai“ nennt. Die mutmaßlichen Täter behaupten, insgesamt 201,6 Gigabyte an Daten aus dem internen Firmennetzwerk kopiert und verschlüsselt zu haben. Darunter sollen sich Kundendaten, Support-Anfragen, Personalunterlagen und Informationen über mehr als 300.000 registrierte Miniserver befinden.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, drohen die Erpresser mit der Veröffentlichung der Daten nach Ablauf einer Frist. Über einen verschlüsselten Messenger soll Loxone Kontakt aufnehmen und über eine Lösegeldzahlung verhandeln. Ob tatsächlich Daten in diesem Umfang gestohlen wurden, ist bislang nicht bestätigt.

Die Stellungnahme von Loxone auf der eigenen Homepage.
Die Stellungnahme von Loxone auf der eigenen Homepage.(Bild: Screenshot)

Stellungnahme von Loxone
Loxone betont in einer ersten Stellungnahme auf der Unternehmenswebseite, dass die Smart-Home-Installationen seiner Kunden von dem Cyberangriff nicht betroffen seien. Auch die Cloud-Dienste würden nach bisherigen Erkenntnissen weiterhin sicher funktionieren. 

Ein wesentlicher Grund dafür ist die bewusst gewählte Architektur der Loxone-Technologie. Die Miniserver, also die Schaltzentralen der Smart Homes, arbeiten lokal und unabhängig von der Unternehmens-IT. Sie benötigen für ihren Betrieb weder eine Internetverbindung noch einen Zugang zu Servern von Loxone. Selbst wenn die Computersysteme des Unternehmens angegriffen werden, können Heizung, Beleuchtung oder Beschattung in den Gebäuden weiterhin funktionieren.

Florian Wöss (li.) und Andreas Hetzendorfer bilden die Geschäftsführung des international ...
Florian Wöss (li.) und Andreas Hetzendorfer bilden die Geschäftsführung des international tätigen Smart-Home-Spezialisten Loxone aus Kollerschlag.(Bild: Loxone)

„Konsequent, verantwortungsvoll und transparent“
Florian Wöss, Präsident der Loxone Electronics GmbH, sagt in einer ersten Stellungnahme: „Unser Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit endet nicht bei unseren Produkten. Er zeigt sich gerade in Momenten wie diesen, in denen unser gesamtes Team verantwortungsvoll, konsequent und transparent mit einer fordernden Situation umgeht.“

Loxone hat nach eigenen Angaben unmittelbar nach der Entdeckung des Angriffs reagiert und betroffene IT-Systeme isoliert. Interne Spezialisten und externe IT-Forensiker arbeiten an der Aufklärung. Auch die Behörden wurden informiert. „Unser Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit endet nicht bei unseren Produkten“, erklärt Florian Wöss, Präsident der Loxone Electronics GmbH. Personen, deren Daten nachweislich betroffen sind, sollen direkt verständigt werden.

Auch ein IT-Experte erklärt gegenüber der „Krone“, dass die Besitzer von Loxone-Smart-Homes jetzt von einer bewussten Entscheidung des Unternehmens aus der Vergangenheit profitieren. Denn der Fernzugriff auf die Miniserver, die als Schaltzentrale das Gehirn der Smart-Home-Systeme aus Kollerschlag bilden, erfolgt über einen Vermittlungsdienst.

Wer steckt hinter dieser Cyberattacke?
Über die Hintermänner des Cyberangriffs auf Loxone ist bislang wenig bekannt. Die mutmaßlichen Täter treten unter dem Namen „Samurai“ auf. Ob dahinter eine neue Hackergruppe oder bereits bekannte Cyberkriminelle stecken, ist unklar. Die Erpresser setzen Loxone jedenfalls unter Zeitdruck: Laut ihrer Botschaft sollen die angeblich gestohlenen Daten am Donnerstag, dem 22. Oktober, veröffentlicht werden, falls es zuvor zu keiner Einigung kommt.

1300 Mitarbeiter, 48 Standorte: Ein rieseiger Player am Technologie-Markt
Loxone wurde 2009 von Thomas Moser und Martin Öller in Kollerschlag  gegründet und zählt heute zu den international führenden Anbietern von Haus- und Gebäudeautomation. Die Technologie des Unternehmens steuert unter anderem Beleuchtung, Heizung, Beschattung und Sicherheitssysteme in Wohnhäusern, Hotels und Firmengebäuden. Die weltweit tätige Unternehmensgruppe beschäftigt mittlerweile mehr als 1300 Mitarbeiter an 48 Standorten. Mehr als 80 Prozent des Geschäfts entfallen auf den Export.

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