Lkw-Fahrer wunderte sich, weil beim am Vortag vollgetankten Fahrzeug der Tank schon fast wieder leer war. Wie sich herausstellte, hatten sich Unbekannte an dem Fahrzeug zu schaffen gemacht – und auch noch bei zwei weiteren Lastwägen „billig getankt“.
Als Sebastian H. (34) Dienstagfrüh seinen Hängerzug in Betrieb nahm, war ihm bei der zuvor durchgeführten Abfahrtskontrolle noch nichts aufgefallen. „Später habe ich mich dann gewundert, dass der Tank schon fast leer war, obwohl ich am Vortag vollgetankt hatte. Zuerst bin ich noch davon ausgegangen, dass ich Treibstoff verliere, später habe ich dann bemerkt, dass der Tankdeckel aufgebrochen worden war“, schildert der Lkw-Fahrer.
Drei Fahrzeuge betroffen
Wie die Polizei bestätigt, hatten in der Nacht von Montag auf Dienstag Dieseldiebe in Schalchen zugeschlagen. Die Unbekannten bohrten bei drei auf einem Schotterparkplatz abgestellten Fahrzeugen die Tankdeckel auf und stahlen rund 400 Liter Treibstoff.
Geringer Anstieg bei Delikten
Sind Delikte dieser Art aufgrund der hohen Spritpreise mehr geworden? Nicht unbedingt. „Im Vorjahr hatten wir in Oberösterreich rund 400 Vorfälle, heuer war der Anstieg nur gering“, weiß Christian Schmidseder, Diebstahlsermittler beim Landeskriminalamt OÖ.
Dieseldiebstähle sind in den meisten Fällen Begleiterscheinungen von anderen Delikten.
Christian Schmidseder, LKA OÖ
„Diesel hat kein Mascherl“
Dabei gehen manche Täter äußerst professionell vor: „Einer hatte eine Pumpe verbaut, die an der Autobatterie angeschlossen war“, so der Ermittler. Die meisten Täter bzw. Tätergruppen kommen aus dem Ostblock und stehlen für den Eigenbedarf. Dieseldiebstähle seien aber fast immer eine Begleiterscheinung anderer Delikte und schwer nachzuweisen, denn „Diesel hat wie Bargeld kein Mascherl“, so Schmidseder.
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