In den sozialen Medien herrscht derzeit helle Aufregung über die Einkaufswagen-Politik von Hofer. Konkret beklagen zahlreiche Kunden das Verschwinden von kleineren Einkaufswägen für kleine Einkäufe. So mancher vermutet gar den Versuch, die Leute zu größeren Einkäufen zu animieren. Der Lebensmitteldiskonter hat nun auf die massiven Beschwerden reagiert.
Auf große Resonanz ist das Facebook-Posting einer verärgerten Kundin (siehe unten) gestoßen, die eine „alters- und größendiskriminierende Auswirkung“ beklagt. Besonders für klein gewachsene und ältere Menschen seien die großen, tiefen Einkaufswagen nämlich „äußerst unhandlich“. Waren hineinzulegen oder wieder herauszunehmen, werde dadurch erheblich erschwert. Die Kundin wirft dem Diskonter deshalb vor, die Bedürfnisse bestimmter Kundengruppen nicht ausreichend zu berücksichtigen.
Sie betont, dass ein kundenorientiertes Unternehmen unterschiedliche körperliche Voraussetzungen berücksichtigen müsse, und zeigt sich verwundert darüber, dass eine bisherige Wahlmöglichkeit gestrichen worden sei, anstatt weiterhin verschiedene Einkaufswagen anzubieten. „Wirtschaftliche Interessen sollten nicht dazu führen, dass bestimmte Kundengruppen im Alltag unnötig benachteiligt werden“, fordert sie. Hofer solle die Entscheidung daher überdenken und die kleineren Einkaufswagen wieder zur Verfügung stellen.
Boykott angekündigt
Das Posting wurde bereits Tausende Male geteilt und kommentiert. Vielfach ist von einer „Sauerei“ die Rede. Mit dem Verweis auf andere Lebensmittelketten, die Einkaufswägen in mehreren Größen anbieten, wird auch angekündigt, nicht mehr bei Hofer einzukaufen.
Der kritisierte Diskonter betont in einer Stellungnahme, dass man „grundsätzlich auf ein einheitliches Einkaufswagenmodell“ setze. „Wir sind jedoch bestrebt, den Einkauf für unsere Kunden so angenehm wie möglich zu gestalten und auf unterschiedliche Bedürfnisse einzugehen. Daher kommen in Filialen mit eingeschränkten Platzverhältnissen teilweise auch Einkaufswagen mit geringerem Volumen zum Einsatz“, so das Unternehmen weiter.
Hofer: Keine österreichweite Abschaffung geplant
Gleichzeitig wird klargestellt, dass keine österreichweite Umstellung oder Abschaffung dem kleineren Einkaufswägen geplant sei. Sollten betroffene Kunden Unterstützung benötigen, können sich diese jederzeit an Mitarbeiter wenden. „Unsere Verkaufsmitarbeiter werden im Umgang mit Kunden mit unterschiedlichen Bedürfnissen geschult und sind angehalten, Hilfestellung anzubieten und auf individuelle Wünsche einzugehen“, heißt es in dem Antwortschreiben.
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