Der Konflikt um den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft beschäftigt nun auch die Gerichte: Global 2000 klagt, wie am Dienstag bekannt wurde, den steirischen Bauernbund. Die Umweltorganisation wirft der politischen Interessenvertretung „Falschbehauptungen“ vor. Man pocht auf eine Richtigstellung.
Global 2000 klagt den steirischen Bauernbund wegen „falscher Vorwürfe“ im Zusammenhang mit einer Auswertung zum Pestizideinsatz in der Landwirtschaft. Der Bauernbund hatte die Berechnungen der Umweltschutzorganisation Ende des Vorjahres öffentlich infrage gestellt – der umstrittene Beitrag ist weiterhin online (siehe unten).
Mit seinen falschen Vorwürfen hat der Bauernbund vom eigentlichen Problem abgelenkt: dem starken Anstieg bei der Verwendnung von Pestiziden.

Helmut Burtscher-Schaden, Global 2000
Bild: Weissengruber
Ähnliches Verfahren gewonnen
Global 2000 verweist in diesem Zusammenhang auf ein rechtskräftiges Gerichtsurteil in einem ähnlichen Verfahren, das entsprechende Vorwürfe als unwahr einstufte. Trotz mehrfacher Aufforderungen sei eine Richtigstellung durch den Bauernbund bislang ausgeblieben. Mit der Klage will man dies nun auf dem Rechtsweg erreichen.
„Kein Kommentar“
Zuspruch kommt u. a. von Andreas Lackner, Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern: „Der steirische Bauernbund ist schnell dabei, Umweltschützer anzugreifen, wenn deren Aussagen nicht ins Bild passen. Diesmal ist die Strategie gründlich daneben gegangen. Statt NGOs schlechtzureden, sollten wir gemeinsam daran arbeiten, besonders schädliche Wirkstoffe zurückzudrängen und gute Alternativen für die Betriebe voranzubringen.“
Bauernbund-Direktor Bernd Brodtrager wollte die jüngste Entwicklung am Dienstag auf „Krone“-Anfrage noch nicht kommentieren: „Wir kennen die Information bislang nur aus den Medien. Solange wir nicht Schriftliches in der Hand halten, können wir auch nichts dazu sagen.“
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