08.02.2006 08:45 |

Weiterer Todesfall

15-jährige Vorarlbergerin an Meningitis gestorben

Mit verletztem Ellbogen und Grippesymptomen kam eine 15-Jährige am Sonntag ins Krankenhaus der Vorarlberger Stadt Bludenz. Das Mädchen verstarb trotz Antibiotika-Therapie am Montag auf der Intensivstation Feldkirch. Grund: eine Hirnhautentzündung (Meningitis).

Familie, Schulfreunde und Spitals-Mitarbeiter des Mädchens wurden vorsorglich behandelt. Erst am Freitag ist ein 15-jähriger Schüler der Tourismusschule in Bischofshofen (Salzburg) an Meningitis gestorben. Der 15-jährige Philipp ließ sich von seinem Vater aus dem Internat abholen, weil er sich mit Anzeichen einer Grippe nicht wohlfühlte. Wenig später war er tot.

Einziger Schutz: Impfung
Zu den beiden aktuellen Todesfälle meint Sozialmediziner Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze: "Auslöser einer Meningitis können Bakterien vom Typ der Meningokokken sein. In Europa sind Meningokokken der Serumgruppen B und C am häufigsten, gegen die C-Untergruppe der Meningokokken steht ein so genannter Konjugat-Impfstoff zur Verfügung. Eine einzige Impfung mit diesem Serum bietet meist jahrzehntelangen Schutz. Gegen B-Meningokokken kann man sich leider noch nicht impfen. Umso wichtiger ist die Früherkennung."

Die durch Husten oder Niesen ("Tröpfcheninfektion") übertragbaren Meningokokken sind gerade in der Grippe- und Erkältungssaison besonders ansteckend. Sie können Gehirnhautentzündung und/oder Blutvergiftung hervorrufen und innerhalb weniger Stunden zum Tod führen, erklärt Prof. Kunze: "Rund 70 Prozent der von einer Meningokokken-Krankheit Betroffenen sind jünger als 20 Jahre."

Bei Meningokokken-Verdacht sofort zum Arzt
"Wer den Verdacht hat, sich infiziert zu haben, sollte so rasch wie möglich einen Arzt oder ein Spital aufzusuchen", rät Prof. Kunze, "denn im Falle einer Meningokokken-Infektion kann jede Minute zählen".

Die ersten Anzeichen für eine Meningokokken-Infektion sind einer Erkältung oder Grippe ähnlich: Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Gelenks- und Muskelschmerzen, Krämpfe, Erbrechen, Lichtscheu und Benommenheit können - einzeln oder gemeinsam - auftreten. Charakteristisch bei einer Meningokokken-Infektion sind rote, punktförmige Flecken auf der Haut, die in rund 70 Prozent der Erkrankungsfälle auftreten, und die auch unter Druck - zum Beispiel, wenn man ein durchsichtiges Trinkglas darauf hält - nicht verblassen.

Samstag, 12. Juni 2021
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