Sa, 18. August 2018

Pille statt Kondom

12.09.2014 16:35

Tabuthema Aids: Teenager verkennen HIV-Gefahr

"Hauptsache, nicht schwanger werden!", ist die größte Sorge der Teenager. Dabei droht durch die alleinige Verhütung mit der Pille und den Verzicht auf ein Kondom HIV-Gefahr!

"Gestern Nacht habe ich nach dem Ausgehen einen Burschen mit zu mir mitgenommen. Kondom hatten wir keines dabei, aber ich nehme ja ohnehin die Pille", erklärt die 17-jährige Antonia lässig. Schutz vor HIV oder Geschlechtskrankheiten? Fehlanzeige!

Neuansteckung zwischen 15 und 24 Jahren hoch
Eine Aussage wie die der Schülerin überrascht heute leider nur noch wenige, denn viele Jugendliche denken so. Aids hat seinen Schrecken verloren – wichtig ist vor allem, nicht schwanger zu werden. Dabei stellen die Jugendlichen die sexuell aktivste Gruppe, auch die Partner werden oft gewechselt. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Zahl jener, die sich mit HIV und Geschlechtskrankheiten neu anstecken, in diesem Alter hoch ist. "Man nimmt an, dass in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen 41 Prozent aller Neuinfektionen stattfinden. Davon sind 60 Prozent Frauen", so Prim. Dr. Norbert Vetter, HIV-Experte und Vorstand der II. Internen Lungenabteilung am Otto Wagner Spital in Wien.

Aktuell leiden rund 13.500 Österreicher an Aids. Eine mögliche Erklärung für diese hohen Zahlen: Junge Menschen verdrängen "gerne" die Gefahren rund ums Tabuthema Aids. Schließlich ist die Infektion mit diesem Virus nach wie vor mit einer gesellschaftlichen Diskriminierung verbunden.

"Das wird mir schon nicht passieren" oder "Der wird sicher nicht krank sein", sind allzu häufige Annahmen. Allerdings kommt es bei dieser Krankheit ganz bestimmt nicht auf äußerliche Merkmale oder persönliche Einschätzungen an. Potenzieller Überträger kann jeder sein: Aids ist unsichtbar, die Infektion mitunter lange nicht bemerkbar.

Schrecken vor HIV nicht mehr so groß
Da das Leiden heutzutage relativ gut behandelt werden kann, ist der Schrecken vor dieser immunschwächenden Krankheit heute deutlich geringer als noch vor einigen Jahren. "Das Problem ist, dass der medizinische Fortschritt mit den modernen Therapiemöglichkeiten zu einer noch größeren Kondommüdigkeit führt", so Isabell Eibl, Leiterin der Abteilung Prävention, Aids Hilfe Wien.

Neben einem verstärktem Bewusstsein kommen Kondome aber keineswegs aus der Mode! Ebenfalls hilfreich ist der anonyme "Risiko Check"-Online-Test auf der Website der Aids Hilfe Wien. Durch Beantwortung einfacher, persönlicher Fragen kann man die Notwendigkeit eines HIV-Tests bestimmen lassen.

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