Hat das gute alte Buch in unserem digitalen Zeitalter überhaupt noch Platz? Beim Vorlesetag an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Salzburg war die Antwort eindeutig. Leseratten und Bücherwürmer gibt es genug. Vor allem auch Vorlesen fördert die Kompetenzen.
„Vor ein paar hundert Jahren wurde die Stadt Salzburg von wütenden Bauern und Bergleuten belagert!“ Mit diesen Zeilen empfängt eine Schülerin all jene, die die Treppen hinaufsteigen. Auf jeder dritten Stufe wartet dann eine weitere Stelle: Wer vorbeimarschiert, wird von 23 vorlesenden Kindern inspiriert.
Sie lesen die Sage vom „Salzburger Stierwascher“, jene Geschichte, die erzählt, wie die Stadt während einer Belagerung 1525 durch List gerettet wurde. Die Salzburger färbten den letzten Stier täglich um und gaukelten so genug Essen vor. „Dann gaben die Belagerer auf und schnell führten sie den bemalten Stier zur Salzach“, liest Daniel weiter.
Vorlesen fördert Wortschatz, Empathie, Konzentration und spätere Leseleistung.
Florian Schmid, Lehrer an der Pädagogischen Hochschule
„Eigentlich wollten wir die Aktion ja auf der Holzmeister-Stiege vom Toscaninihof hinauf starten“, verrät Lehrerin Lisa Lindner. Doch der Wintereinbruch bremste die Pläne.
An der Uni schwärmen zeitgleich Kinder zu Störlesungen in den Hörsälen aus und es gibt sogar Blind-Dates mit Büchern. Josefine schwärmt: „Ich liebe das Lesen, weil man sich ganz woanders fühlt.“
18 Prozent haben beim Sinnerfassen Probleme
Studien zeigen, dass einem Drittel der Kinder selten oder nie von den Eltern vorgelesen wird. Dabei fördert das den Wortschatz.
Der Vorlesetag macht sichtbar, wie sich Vorlesen in den schulischen Alltag integrieren lässt. Und wir wollen damit auch die Eltern erreichen.
Elfie Gruber-Bliem, Lehrerin an der Praxisvolksschule und an der PH
„Wir wollen in der Volksschule die Motivation und das Interesse an Geschichten hochhalten“, so Florian Schmid, Lehrer an PH. Manche Kinder müssen noch an der Leseflüssigkeit arbeiten. Schmid: „Wenn man nicht 100 Wörter pro Minute mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von drei bis fünf Prozent lesen kann, führt das zu Problemen beim Sinnerfassen.“ Das fällt Studien zufolge 18 Prozent schwer.
Hat das gute alte Buch in unserer digitalen Zeit noch einen Platz? „Die Kinder haben alle ein Buch in ihrem Bankfach“, berichtet Elfi Gruber-Bliem, Lehrerin an der Hoch- und an der Volksschule. Darunter sind auch richtig dicke Schmöker wie Harry Potter.
Die Lehrer motiviert: „Wir wollen Studierenden ermuntern, Vorlesen später einmal gut in den Unterricht zu integrieren.“SaSa
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