Ausbeute verdoppelt

So gut war der ÖSV seit Hirscher-Aus nicht mehr

Ski Alpin
26.03.2026 06:05
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Von krone Sport

Angeführt vom neuen ÖSV-Star Julia Scheib hat Österreichs Alpin-Skiteam seine Siegausbeute im Vergleich zum Seuchenvorjahr wieder mehr als verdoppelt. Mit zwölf Tagessiegen im Weltcup verbuchte der Skiverband die höchste Ausbeute seit dem Rücktritt von Marcel Hirscher 2019. Damals hatte es allerdings noch 21 Einzel-Erfolge für den ÖSV gehagelt, seither nie mehr als elf (2023/24).

Scheib mauserte sich ein Jahr nach ihrer Durchbruchsaison zur Seriensiegerin. Fünfmal triumphierte die 27-Jährige, drei weitere Podestplätze machten den Gewinn der Riesentorlauf-Disziplinwertung perfekt. Die einzige rot-weiß-rote Kugelgewinnerin gierte bereits nach den letzten Schwüngen der Saison in Hafjell nach mehr: „Ich habe das Gefühl, es geht wirklich noch einiges. Ich bin noch nicht am Limit. Ich werde mich sehr gut vorbereiten, und dann hoffe ich wirklich, dass es auch nächstes Jahr so gut ausschaut“, sagte die 27-Jährige.

Julia Scheib
Julia Scheib(Bild: GEPA)

Assinger geht mit „drei Highlights“
Cornelia Hütter sorgte noch für einen sechsten Tagessieg im Frauenbereich – im vergangenen Jahrzehnt waren es nur einmal (2018/19: 7) mehr. Super-G-Bronze der Steirerin bei Olympia bezeichnete der scheidende Chefcoach Roland Assinger als einen der „drei großen Saisonhöhepunkte“ neben Scheibs Glanztaten in der „seit Jahren größten Problemzone“ Riesentorlauf und der Olympia-Goldmedaille in der Team-Kombination durch Ariane Rädler und Katharina Huber.

In Cortina eroberte Hütter Super-G-Bronze.
In Cortina eroberte Hütter Super-G-Bronze.(Bild: AP/Marco Trovati)

„Grundsätzlich glaube ich, dass ich ein gutes Trainerteam und eine gute Mannschaft hinterlasse“, sagte Assinger, wohlwissend, dass etwa im Super-G ohne Podestplatzierung das historisch schlechteste Abschneiden zu Buche steht. Sein Pendant bei den Männern, Marko Pfeifer, konnte verbesserte Zahlen vorweisen – allerdings von einem niedrigen Vorjahresniveau ausgehend. „Wir haben in jeder Disziplin gewonnen. Es sind gewisse Dinge im Wachsen, was den Weltcup betrifft. Aber wenn wir in den Nachwuchs schauen, wissen wir auch, dass wir sehr viel zu arbeiten haben“, sagte Pfeifer nach sechs Siegen und zwölf weiteren Podestplätzen.

Roland Assinger
Roland Assinger(Bild: Christof Birbaumer)

Der Wunsch nach „ein bisschen mehr“
Ein Drittel aller Stockerlplätze steuerte Speed-Routinier Vincent Kriechmayr bei, dessen Karriere-Fortsetzung offen ist. Nur drei der insgesamt zwölf Podestfahrer und -fahrerinnen werden beim Saisonstart 2026/27 den 30er noch nicht geknackt haben. Angesichts des fortgeschrittenen Alters vieler Spitzenleute steht für Mitter fest: „Wir müssen schauen, dass wir als Mannschaft bei Rücktritten nicht so verletzlich sind.“ Das Nachwuchsproblem nicht beheben wird der seit Jahren in Salzburg lebende Norweger Henrik Kristoffersen (31), der allerdings weiterhin mit einem Österreich-Engagement liebäugelt.

Mitters Fazit seiner ersten Saison nach der Rückkehr aus Norwegen fiel zwiespältig aus. „Wir waren bei ein paar Sachen dran, es ist eine Weltcupkugel geworden. Wir nehmen die natürlich mit, man soll nicht unzufrieden sein, aber wir schauen, dass wir noch ein bisschen mehr gewinnen“, sagte Mitter, der Nachfolger von Herbert Mandl. Eine Neuaufstellung der diversen Trainingsgruppen könnte nun folgen. Gleich bleibt Mitters Zugang, immer zuerst „am Schwung selbst“ zu arbeiten – für langfristig stabile Leistungen. „Die Schwankungen, individuell und mannschaftlich, gehören verbessert.“

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