Kunst schauen!

Galerie 422: Körper und Seele in Auflösung

Oberösterreich
05.03.2026 16:00

„Wir wollen immer auch neue Positionen zeigen“, sagt Marlene Poeckh, die gemeinsam mit Gunde Lössl die renommierte Galerie 422 in Gmunden leitet – und mit der ersten Ausstellung 2026 das auch gleich erfüllt: Präsentiert werden Anna Khodorkovskaya und Stefan Zsaitsits, zwei Namen, die am Kunstmarkt heiß gehandelt werden.

Die Galerie 422 in Gmunden bleibt ein Kraftort der Gegenwartskunst in Österreich. In der ersten Saisonausstellung werden hier Werke von Anna Khodorkovskaya und Stefan Zsaitsits präsentiert: Zwei Namen, die am Kunstmarkt derzeit immer stärker nachgefragt sind.

Khodorkovskaya (41) stammt aus Moskau und lebt seit über zehn Jahren in Wien. Die Erwin Bohatsch-Schülerin arbeitet breit gefächert und entwickelt aus Bild‑ und Wortfragmenten sozialer Medien Mosaike, Performances und Gemälde.

Neue Körperbilder in Auflösung
Mit zarten Lasuren lässt sie Hände, Gliedmaßen und Köpfe aus großen Leinwänden hervortreten. Die Figuren verschmelzen, ihre Grenzen wirken weich, verzerrt, vervielfacht – scheinbar zwischen Entstehen und Auflösung eingefroren. Inspiriert von KI-Bildwelten verzerrt sie bewusst Körperformen und hinterfragt damit Vorstellungen von menschlicher Begrenzung. Die Bilder werden auch zur Metapher dafür, dass die Identität eines Menschen von Social Media durchdrungen und verformbar wird.

Stefan Zsaitsits
Stefan Zsaitsits(Bild: KARIN HACKL)
Anna Khodorkovskaya
Anna Khodorkovskaya(Bild: KARIN HACKL)

Blick in das Labyrinth der Seele
Der Niederösterreicher Stefan Zsaitsits (45), ein gefragter Zeichner der österreichischen Museumsszene, er ist in der Albertina und im Linzer Lentos mit Werken vertreten.

Seine präzisen Bleistiftzeichnungen öffnen traumartige, kafkaeske Welten: Halbfiguren werden oft mit überlangen Gliedmaßen dargestellt, ihre Gesten sind weltabgewandt, aus ihren Köpfen und Händen wachsen Türme, Labyrinthe, Uhren – Surrealismus in bester Ausführung! Die Formate setzen sich aus vielen Teilen zu einem großen Ganzen zusammen, als wollte er einladen, die Denkbilder wie Puzzleteile immer neu umzuschichten.

Zsaitsits lässt mit seinen penibel ausgeführten Bleistiftzeichnungen die menschliche Psyche betreten und macht innere Gefühlszustände und eine existenzialistische Haltung verspielt sichtbar.

Die sehenswerte Ausstellung in der Galerie 422 in Gmunden ist bis 28. März angesetzt.

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