Mit Julia Lessacher hat Mariahilf neue Bezirkschefin. Ihr Fokus: Gumpi, Gürtel-Probleme – und Grün trotz knapper Kassen.
Mariahilf hat eine neue rote Frontfrau. Ab sofort ist Julia Lessacher offiziell Bezirksvorsteherin. Sie folgt auf Markus Rumelhart, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Die Neue ist keine Unbekannte. Seit 20 Jahren sitzt sie in der Bezirksvertretung, fünf Jahre war sie Stellvertreterin. In den vergangenen Monaten führte sie den Bezirk bereits interimistisch. „Es ist ein Weiterarbeiten an laufenden Dingen“, sagt sie bei der Vorstellung in kleiner Runde. Ein Neustart bei null? Fehlanzeige. Die Projekte liegen am Tisch – doch die Probleme auch.
„Viele Drogenkranke sind aus den Bundesländern“
Ganz oben auf ihrer Liste: der Gürtel. Rund um die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße und den Fritz-Imhoff-Park klagen Anrainer über nächtlichen Lärm, Müll und Drogenexzesse. Lessacher reagiert. Erste Amtshandlung: Der Park soll nachts versperrbar werden. Die Kosten für den Zaun liegen bei rund 60.000 Euro.
„Brauchen rasch Maßnahmenpaket“
Die neue Bezirkschefin weiß: Das allein wird nicht reichen. Lessacher setzt auf Druck nach oben. Viele Probleme lägen nicht in Bezirkskompetenz. Sie fordert ein umfangreiches Maßnahmenpaket gegen den Drogenhandel und bessere Abstimmung über Bundesländergrenzen hinweg. Denn viele „Problempatienten“ im Bereich der Suchtgiftszene rund um den Gürtel kommen aus anderen Bundesländern. „Mein Beitrag als Bezirksvorsteherin für die Bewohner ist, dass ich lästig sein werde“, kündigt sie an.
Gumpendorfer Straße in Etappen
Zweites großes Thema: die Gumpendorfer Straße. Jahrelang geplant, breit diskutiert, dann durch den Wegfall von Fördertöpfen ausgebremst. Ein Komplettumbau ist vorerst nicht finanzierbar. Heuer bleibt es bei kleineren Schritten: neue Haltestellen für den 57A, dazu punktuelle Begrünungen und Mikrofreiräume. Jeder Meter, der entsiegelt werden kann, soll genutzt werden, allerdings so, dass ein späterer Gesamtausbau nicht behindert wird. Fix ist die Neugestaltung von Windmühl-, Fillgrader- und Theobaldgasse nach den Fernwärme-Arbeiten. Das gibt das Budget her.
Kein schlechter Zeitpunkt für Wechsel
Und die Mariahilfer Straße? Große Umbauten seien vor Abschluss der U-Bahn-Baustelle kein Thema. Geprüft werde ein neuer WC-Standort, nachdem eine Anlage wegen Wasserschadens dauerhaft gesperrt ist. Auch auf Bezirksebene sind Wechsel am Chefsessel für die Partei nie einfach. Viele gingen bei Wahlen danach verloren. Doch der Zeitpunkt im 6. Bezirk ist nicht der schlechteste. Lessacher hat viel Zeit, um ihre Handschrift zu hinterlassen.
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