Mit gerade einmal 19 Jahren soll er Österreich beim 70. Eurovision Song Contest vertreten – doch statt Anerkennung traf ihn zuerst eine Flut an Hass. ORF‑Chef Roland Weißmann stellt sich nun entschieden vor ihn und fordert die Menschen auf, dem jungen Musiker Rückhalt zu geben.“
Der Burgenländer Benjamin Gedeon alias Cosmó wird am 16. Mai in der Wiener Stadthalle für Österreich antreten. Mit seinem Song „Tanzschein“ setzte er sich am Freitagabend in der ORF-Show „Vienna Calling“ gegen elf Mitbewerber durch. Doch kaum war der Sieg fix, brach im Netz heftige Kritik los.
Jetzt meldet sich ORF-Generaldirektor Roland Weißmann deutlich zu Wort – und findet klare Worte gegen den Online-Hass.
„Sehr viel Grausliches und Beleidigendes“
Auf LinkedIn schilderte Weißmann seine Begegnung mit dem frisch gekürten ESC-Starter nur wenige Stunden nach dessen Sieg. Cosmo habe bei einer Olympia-Abschlussveranstaltung gespielt – im Wissen, bald vor mehr als 100 Millionen Menschen aufzutreten. „In einem Alter, in dem ich im Studentenheim maximal Karaoke gesungen habe“, schreibt Weißmann.
Was ihn jedoch besonders beschäftigt: „Schon wieder wurde sehr viel Grausliches und Beleidigendes über ihn im Netz geschrieben.“ Deutliche Worte vom obersten ORF-Chef!
„Er muss nicht alles aushalten“
Weißmann betont, dass Geschmäcker verschieden seien – und das sei auch gut so. Nicht jedem müsse ein Song gefallen. Aber persönliche Angriffe und Entgleisungen seien eine andere Dimension.
Cosmo werde nun zur Person des öffentlichen Lebens. Ja, er habe sich bewusst für die große Bühne entschieden. „Aber das bedeutet nicht automatisch, dass er alles aushalten muss. Nicht jede Häme. Nicht jede Beschimpfung. Nicht jede Entgleisung“, so Weißmann.
Appell an Österreich
Zum Schluss richtet der ORF-Generaldirektor einen klaren Appell an die Öffentlichkeit: Man solle Cosmo Unterstützung schenken – nicht als Bewertung seines Liedes, sondern als Rückhalt für einen jungen Künstler, der gerade seinen Traum lebt.
Am 16. Mai wird sich zeigen, wie Österreich beim großen Finale in der Wiener Stadthalle abschneidet. Schon jetzt ist klar: Die Debatte um Respekt und Fairness im Netz begleitet den ESC heuer genauso wie die Musik.
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