Mordlust und Macht

Mann filmt tödliche Tritte: „Er hat null Empathie“

Gericht
24.02.2026 12:17

Es ist ein außergewöhnlicher Prozess im Wiener Landl – voller unbegreiflicher Gewalt. Im Mai 2024 prügelte der 22-Jährige einen Mann tot. Ein völliges Zufallsopfer. Den brutalen Mord filmte der Pakistani mit seinem Handy. In Rekordzeit wird er zur Höchststrafe verurteilt.

Jeder im Verhandlungssaal 203 zuckt zusammen – als man den Angeklagten sieht, wie er dem blutüberströmten am Boden liegenden Mann mit voller Wucht ins Gesicht trat. Der 22-Jährige kommentiert das Video seiner unfassbaren Tat mit einem emotionslosen: „Dazu kann ich nichts sagen.“ Im Wiener Landl sitzt er jetzt wegen Mordes. Der Schwerverletzte starb zwei Tage später im Krankenhaus. 

Der 22-jährige Pakistani bei seinem Mordprozess – Empathie sucht man vergeblich.
Der 22-jährige Pakistani bei seinem Mordprozess – Empathie sucht man vergeblich.(Bild: Eva Manhart)

Falsche Zeit, falscher Ort 
Als Zufallsopfer, wie sich herausstellte. Zur falschen Zeit, am falschen Ort. „Der Mann litt an Schizophrenie und war oft in der Nacht draußen, um Spaziergänge zu machen“, erklärt die Staatsanwältin. Auch am 15. Mai 2025 war der 27-Jährige in Wien-Favoriten unterwegs. Und der Angeklagte gerade am Weg nach Hause. Aus dem Nichts: „Er drückte ihn gegen einen Zaun und versetzte ihm Faustschläge.“ Bis der Mann aus Bangladesch reglos am Asphalt lag.

Brutalen Mord selbst gefilmt
Und da zückte der 22-Jährige sein Handy und fing an, den brutalen Mord zu filmen. Wie er mit dem Fuß mehrmals ins Gesicht des Opfers trat. „Das sprengt manche Grenzen, auch für uns als Strafverteidiger. Eine Verteidigung im Sinne von irgendwas schönzureden oder relativieren, ist hier völlig unangebracht“, muss sogar Anwalt Werner Tomanek einräumen, der zusammen mit Kollegen Philipp Winkler den Pakistani vertritt. 

Die Verteidiger Werner Tomanek und Philipp Winkler (li.)
Die Verteidiger Werner Tomanek und Philipp Winkler (li.)(Bild: Eva Manhart)

Der zeigt sich vor den Geschworenen nicht gesprächig, quittiert die meisten Fragen mit einem kurzen: „Ich kann mir das alles selber nicht erklären.“ Bessere Einblicke liefert Gerichtspsychiater Peter Hofmann, spricht von einer kombinierten narzisstischen-sadistischen Persönlichkeitsstörung. „Wir haben es hier mit einem Serientäter zu tun.“ Im Gerichtssaal wird nämlich nicht nur die Aufnahme der tödlichen Fußtritte gezeigt, auch Videos, auf denen der junge Pakistani einen Obdachlosen beschimpft und prügelt, wird vorgespielt. Oder wie er auf scheinbar Gleichaltrige losgeht. 

Zitat Icon

Mitleid gibt es da null gegenüber dem Opfer.

Gerichtspsychiater Peter Hofmann

Hofmann erklärt: „Ich gehe davon aus, dass er sich in solchen Situationen in eine aggressive Rage bringt.“ Es ginge um Machtausübung, letztlich um Mordlust. Die Videos würde er aus psychiatrischer Sicht als eine Art Trophäe anfertigen. „Mitleid gibt es da null gegenüber dem Opfer.“ Eine Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum wegen hoher Gefährlichkeit empfiehlt er dringlich. 

„Es kann für diese Tat keine andere Strafe geben“, begründet der vorsitzende Richter die Strafe: Lebenslange Haft und Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum. „Wir haben hier einen Schuldgehalt, der derart hoch ist, dass die Milderungsgründe nicht ausreichen, um von einer lebenslangen Haft abzuweichen. Das ist eine Tat, deren Maß an Aggressivität einen fassungslos macht und einem die Worte fehlen.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt