Je öfter man darüber rede, desto leichter werde es, sagte Ariane Rädler, Vierte im Olympia-Super-G, nur eine Hundertstelsekunde hinter Teamkollegin Cornelia Hütter: „Das ist das Bitterste. Es tut natürlich sehr weh, aber auf der anderen Seite hilft mir meine Goldmedaille. Und die Conny hat ihre olympische Medaille. Ich freue mich brutal für sie“, sagte die Vorarlbergerin. Eine Aussage, die zur Teamkombi-Olympiasiegerin passt. Dass sie zu nett sei, habe sie schon öfter gehört.
„Ich habe es gerade von Conny gehört. Sie hat gesagt, reg dich jetzt auf, du bist Vierte. Sei mal ein bisschen mehr ... Ja, aber das ist nicht mein Naturell. Ich mache es oft mit mir selber aus, und ich weiß auch, dass es viel Schlimmeres auf der Welt gibt.“ Aber sie höre es freilich öfter, dass sie mehr auf sich selbst schauen soll. „Auch vom Cheftrainer. Dass ich nicht jedem alles recht machen soll. Dass ich es mir zutraue, dass ich es auch kann.“ Verstellen will sie sich aber nicht: „Das ist mein Weg, und so mache ich es.“ Auch wenn man mit ein bisschen mehr Egoismus eher zu was komme.
Doppelte Feier: Kombi-Gold und Hütter-Silber
Rädler erklärte, dass sie schon während der ganzen Spiele in Cortina gehofft habe, dass ihre Teamkollegin eine Medaille gewinnt. „Sie war auch schon so oft Vierte. Ich gönne es ihr, sie hat es sich so verdient.“ Und ein vierter Platz sei nicht schlecht. Sie wollte auch selbst noch einmal eine gute Leistung zeigen, weil der Super-G ihre beste Disziplin ist. Das mache sie froh und stolz. Die Medaillenfeier nach dem Kombi-Triumph war auf Donnerstag verschoben worden. „Umso schöner, dass wir heute noch eine Medaille zum Feiern haben“, meinte die 31-Jährige.
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