Überwältigt vom – weltweiten – Echo auf einen anonym gespendeten Mode-Schatz zeigt man sich bei der Volkshilfe Wien: Menschenschlangen vor der Pop-up-Boutique in der Gumpendorfer Straße, unmoralische Angebote von Großhändlern, und vor allem: Das Beispiel der Spenderin zieht immer weitere Kreise.
Über mehrere Häuserblocks hinweg und seit den Morgenstunden stellten sich letzten Dienstag modebegeisterte Menschen vor der Gumpendorfer Straße 36 in Mariahilf an und warteten geduldig darauf, dass auch sie in der kleinen Pop-up-Boutique der Volkshilfe Wien edle Designerstücke aus einer gespendeten Mode-Sammlung zum Schnäppchenpreis ergattern können. Der Andrang hat seither kaum nachgelassen. Es ist auch genug für alle da.
Für jedes verkaufte Stück rückt ein neues nach
Obwohl der Verkauf seit mehreren Tagen läuft, ist die Boutique noch so gut bestückt wie vor der Eröffnung: Für jedes verkaufte Stück wird ein ebenso edles aus dem Lager ergänzt. Die Auswahl ändert sich damit laufend, was auch viele Wiederkehrerinnen unter den Kundinnen bedeutet. Der Verkauf in der Boutique läuft bis 21. Februar. Doch auch danach wird erst ein Bruchteil der über 5000 Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires verkauft sein.
In nächster Zukunft kann man noch mit verschiedenen Aktionen rechnen, die etwa einzelnen Modehäusern gewidmet sind. Was dabei verkauft wird, weiß auch die Volkshilfe noch nicht, denn die Spenderin inspiriert immer mehr andere, es ihr gleichzutun: Eine – auch anonym bleiben wollende – Grazerin schickte eine ganze Kiste voll Edelkleidung an die Volkshilfe, eine ältere Dame gab einen Sack voll Ballkleidern und Taschen kurzerhand in der Boutique ab.
„Die Geschichte von Wien kommt zusammen“
Überhaupt staunt man bei der Volkshilfe über das Echo auf die Aktion. Sogar ein asiatischer Händler habe sich mit dem Angebot gemeldet, die ganze Modesammlung auf einmal aufzukaufen. Aus der Sicht von Volkshilfe-Aufsichtsrätin und Projektpatin Sonja Kato soll aber weiter „die Geschichte von Wien zusammenkommen“, indem Wienerinnen die Stücke der Wienerin, um deren Identität weiter gerätselt wird, kaufen können.
Außerdem kann die Modesammlung durch den Verkauf in kleinen Tranchen auch abseits der Einkünfte Sinn stiften: Schon von Helfern beim Verkauf in der Boutique weg schafft die Spende so Beschäftigung im Zuge der TAV-Betriebe der Volkshilfe, die Menschen aus der Arbeitslosigkeit holt und auf dem Weg in die Erwerbstätigkeit begleitet.
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