Fast eine Dreiviertelmillion mehr Besucher als im Jahr davor haben die Bundesmuseen und die Nationalbibliothek 2025 besucht – ein Zuwachs, der sich nur zum Teil mit Tourismus erklärt. Das große Plus kommt vor allem von einheimischen Gästen. Das sorgt nicht nur bei Freude bei den Häusern.
Als „absoluten Publikumsmagneten“ stuft Vizekanzler Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) Wiens große Museen und die Nationalbibliothek nach Vorliegen der neuesten Besucherstatistik ein: Insgesamt 8,4 Millionen Besucher stürmten die Häuser letztes Jahr. Das ist ein Plus von 9 Prozent oder 670.000 Menschen. Der Tourismus in der Stadt erklärt die Zahlen nur zum Teil.
Weit mehr Aufwand, aber kaum mehr Einnahmen
Mindestens 140.000 der zusätzlichen Besucher kamen aus Österreich, wahrscheinlich aber viel mehr. (Bei 1,2 Millionen Besuchern war die Herkunft laut Ministerium „nicht zuordenbar“.) Das lässt sich auch an den Besucherströmen ablesen, denn abseits logischer Spitzenreiter wie dem Kunsthistorischen Museum, der Albertina und dem Belvedere zogen gerade jene Institutionen vermehrt Besucher an, die kaum auf dem Tourplan ausländischer Gäste stehen.
13 Prozent mehr Besucher verzeichnete etwa die Albertina Modern, 16 Prozent mehr das Ephesos-Museum, und gleich 28 Prozent mehr die Nationalbibliothek, weil sich offenbar auch viele Wiener anschauen wollten, wie der Prunksaal nach der Restaurierung aussieht. Für die Museen ist gerade das inländische Besucherplus eine Medaille mit zwei Seiten: Ihnen bringt das zwar mehr Ausgaben und organisatorischen Aufwand, aber kaum mehr Geld.
Nur rund ein Drittel Vollzahler
Nur rund ein Drittel der zusätzlichen Besucher waren Vollzahler, während die anderen zwei Drittel ermäßigt oder – als Kinder, Jugendliche oder aus anderen Gründen – gratis ins Museum kamen. Insgesamt zahlten letztes Jahr nur 3,5 Millionen Besucher den vollen Eintritt und der Rest ungefähr je zur Hälfte weniger oder gar nichts. Angetrieben wird die Entwicklung nicht nur durch den Gratis-Eintritt für Minderjährige – mehr als eine halbe Million Besuche entfiel letztes Jahr allein auf Schulklassen – , sondern auch durch die Bundesmuseen-Card, die es nun seit zwei Jahren gibt.
Bereits 55.000 Menschen nutzen die Gelegenheit, um 99 Euro beliebig oft in alle acht Wiener Bundesmuseen mit ihren 25 Standorten und Sammlungen gehen zu können, und das ohne sich anstellen zu müssen. Dass das am Budget der Museen knabbert, räumt indirekt auch das Ministerium ein, indem es von „einem stark rabattierten Angebot im Vergleich zu Einmaleintrittspreisen“ spricht.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.