EU-Indien-Abkommen

Milliarden fließen – aber nicht für alle gleich

Wirtschaft
02.02.2026 09:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein neues Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien könnte dem Außenhandel frischen Schwung verleihen – auch in Österreich. Eine aktuelle Analyse des Instituts CESAR zeigt: Zwar bleiben die Effekte gemessen am gesamten Handelsvolumen überschaubar, doch profitieren alle österreichischen Bundesländer vom Abkommen. Besonders Wien sowie die industriell geprägten Regionen könnten laut Studie spürbare Impulse erhalten.

Konkret erwartet das Institut nach der Einigung auf das EU-Indien-Freihandelsabkommen einen deutlichen Anstieg der direkten Handelsströme. Die EU-Importe aus Indien sollen demnach um fast 65 Prozent steigen, während die Exporte der EU nach Indien um rund 30 Prozent zulegen. Auf Ebene der EU-Regionen prognostizieren die Modellrechnungen Zuwächse bei den Gesamtimporten von bis zu 4,53 Prozent.

Höchste Gewinne in Zypern und Estland
Bei den gesamten Exporten aller EU-Regionen reicht die Bandbreite laut Studie von minus 0,28 bis plus 1,65 Prozent. Die Gesamtimporte bewegen sich zwischen minus 0,22 und plus 4,53 Prozent. Besonders wachstumsstarke Länder wie Zypern oder Estland verzeichnen dabei die höchsten relativen Gewinne.

Die Infografik zeigt den Außenhandel zwischen der EU und Indien im Jahr 2024. Die EU exportiert Waren im Wert von 48,8 Milliarden Euro nach Indien, davon 51 % Maschinen und Fahrzeuge sowie 16 % Chemie und Pharma. Die EU importiert Waren im Wert von 71,3 Milliarden Euro aus Indien, davon 27 % Maschinen und Fahrzeuge, 23 % Chemie und Pharma sowie 12 % Rohstoffe. Die EU hat 450 Millionen, Indien 1.450 Millionen Einwohner. Quelle: EU-Kommission.

Ein zentraler Wachstumstreiber ist der Dienstleistungssektor. Hier werden bei den Importen aus Indien Zuwächse von 82 Prozent erwartet – der höchste Wert unter allen betrachteten Bereichen. Das Abkommen soll vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen zudem die sogenannte „Open Strategic Autonomy“ der EU stärken und zur Diversifizierung von Lieferketten beitragen.

In Österreich gibt es regionale Unterschiede
Für Österreich weist die Analyse durchwegs positive Effekte aus, allerdings mit regionalen Unterschieden. Wien profitiert laut Studie besonders auf der Importseite. Ausschlaggebend seien die hohe Dichte an Unternehmenszentralen sowie der starke Fokus auf international ausgerichtete Dienstleistungen.

Aufwind für Industrie
Die industriell geprägten Bundesländer Oberösterreich, Niederösterreich und die Steiermark schneiden hingegen auf der Exportseite überdurchschnittlich gut ab. Dies führt CESAR auf ihre enge Einbindung in internationale Wertschöpfungsketten zurück. Salzburg und Tirol zeigen aufgrund ihrer Handels- und Dienstleistungsstrukturen vergleichsweise höhere Importeffekte, während Burgenland, Kärnten und Vorarlberg moderat positive Auswirkungen verzeichnen.

Die Untersuchung entstand im Rahmen des EU-Projekts STARTER, das vom Centre of Economic Scenario Analysis and Research (CESAR) koordiniert und von der EU-Kommission kofinanziert wird. Ziel des Projekts ist es, die regionalen Auswirkungen verschiedener Handelsszenarien innerhalb der Europäischen Union zu analysieren.

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